Jörg Hube: Trauer um einen bayerischen Charakterkopf

Es ist ein höchst explosives Debüt und zugleich eine unerwartete Abschiedsvorstellung, die Jörg Hube als neuer "Polizeiruf 110"-Ermittler in der Folge "Klick gemacht" gibt. Der Schauspieler, Regisseur und Kabarettist, der in der ARD-Krimireihe jüngst die Nachfolge des Darstellerduos Edgar Selge und Michaela May antrat, erlag nach übereinstimmenden Medienberichten in der Nacht zum Freitag im Alter von 65 Jahren in München einem Krebsleiden.

Jörg Hube kam im brandenburgischen Neuruppin, der Geburtsstadt Theodor Fontanes, zur Welt, wuchs jedoch in München und Umgebung auf. Seine Schauspielausbildung absolvierte er an der dortigen Otto-Falckenberg-Schule sowie am Salzburger Mozarteum. Hube machte sich in der Folge als Theaterschauspieler und Kabarettist einen Namen. Insbesondere seine Kabarettreihe "Herzkasperl" wurde einschlägig. Erst im Mai 2009 erhielt Hube den Bayerischen Kabarett-Ehrenpreis.

Dem Fernsehpublikum wurde Hube vor allem durch Edgar Reitz' "Heimat - Eine deutsche Chronik" (1984) und die Serie "Löwengrube" (1989 bis 1992) bekannt. Außerdem wirkte er in einer Reihe von Kinofilmen mit, unter anderem in Michael Verhoevens Widerstandsdrama "Die weiße Rose" (1982). 2005 wurde Hube für denselben historischen Stoff wieder besetzt. Er spielte den Vater der Geschwister Scholl in Marc Rothemunds oscarnominierter Arbeit "Sophie Scholl - Die letzten Tage". In einem Nachruf auf BR-online heißt es: "Jörg Hube war voller Pläne. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Beatrix Doderer stand er immer wieder mit dem Programm 'Sugardaddy' auf der Bühne."

Die "Polizeiruf 110"-Folge "Klick gemacht" feiert am 3. Juli ihre Premiere auf dem Filmfest München. Das Erste strahlt die Episode, in der Stefanie Stappenbeck die weibliche Hauptrolle bekleidet, voraussichtlich am Sonntag, 29. November, aus.

Der Intendant des Bayerischen Rundfunks, Thomas Gruber zeigte sich in einer ersten Reaktion bestürzt: "Jörg Hube ist unersetzlich. Sein Tod ist ein Verlust für ganz Bayern." Gruber würdigt den Schauspieler als einen "großen Künstler" und "durch und durch guten Menschen". Wie kein anderer habe er Bayern repräsentiert - "liebevoll, warmherzig, spitzbübisch oder auch hart, wenn es sein musste. Ein Charakterkopf mit einer unvergesslichen Stimme, die Heimat und Geborgenheit vermitteln konnte."

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Autor: Johann Ritter/teleschau - der mediendienst
Bilder: BR BR / Erika Hauri BR / Ralf Wilschewski BR / Sessner BR / TV60 / Julia von Vieitnghoff

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