"Jarhead - Willkommen im Dreck" - Warten auf den Krieg
Als "Prince of Persia" verbrachte Jake Gyllenhaal im vergangenen Sommer einige Wochen in Marokko. Am 29.07.2010 wird die Videospielverfilmung (Produzent: Jerry Bruckheimer) schließlich in die Kinos kommen. 2005 arbeitete der Schauspieler schon einmal im Wüstensand. Allerdings war der Gegenstand des Films "Jarhead - Willkommen im Dreck" ein ernsterer. Gyllenhaal verkörpert darin einen jungen Kerl, der zur Armee geht. Ihm fehlt das Geld für das College. Das Militär verspricht ihm die Finanzierung seiner Ausbildung und Altersvorsorge. Wer könnte schon vorhersehen, dass ein Krieg droht, zudem in weiter Ferne im Irak? Sam Mendes ("American Beauty", "Zeiten des Aufruhrs") wagte sich mit dem Kriegsdrama, das vox nun wiederholt, an die Memoiren des Ex-Marines Anthony Swofford von 2003 und beleuchtet den Irakkrieg von 1990/91 aus der Sicht eines einzelnen Elitesoldaten.
Es ist ein schonungsloser Antikriegsfilm geworden - allerdings ohne erschütternde Kampfspektakel, ohne Tod und Verderben. Einen moralischen Zeigefinger sucht man bei Mendes vergebens. Der Regisseur ze

igt das ereignislose Leben der US-Marines - des Scharfschützen Swofford (Gyllenhaal) und seines Spähers Troy (Peter Sarsgaard) - beim Warten auf den Kampf, der nicht stattfindet.
Sechs Monate Wüstenluft in den Lungen und die unbarmherzige Sonne auf der Haut und den kahl geschorenen Schädeln. Es geschieht nicht viel Sinnvolles in den zwei Stunden, die der Film braucht, um seine Botschaft zu vermitteln: Krieg ist etwas, für das sich Soldaten aufputschen, in das sie sich hineinsteigern und das sie, wenn sie zu lange darauf warten müssen, innig herbeisehnen, nur um eine Beschäftigung zu haben.
Auf den ersten Blick fehlt "Jarhead" ein roter Faden, und das Ganze mutet eher wie ein minimalistisches Soldatenporträt an. Bei genauerer Betrachtung entpuppt sich das spannungslose Treiben a

ls scharfsinnige Analyse der Situation, in der die Fuß-Soldaten im Hightech-Krieg steckten. Vieles wird angerissen: Kritik am militärischen Drill, Stumpfsinn der Kriegstreiberei am Ende der Befehlskette, die Primitivität einer Gruppe von Männern, die monatelang unter sich sind. Und wenn irgendwann der Staff Sergeant Sykes (Jamie Foxx) vor brennenden Ölquellen sitzt und von Schönheit spricht, wird dem Zuschauer der ganze Irrsinn vollends bewusst.
Ausstrahlung am 23.07.2009 um 21:55 Uhr auf vox
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Autor: Andreas Fischer/teleschau - der mediendienst
Bilder:
vox / Universal Studios / JM
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