Die Männer dort wissen offensichtlich, worauf sie sich einlassen, wenn sie die Kameras in ihr Leben lassen. Der Show um anachronistische Adelsklischees brachte dies mitunter gute Kritiken ein, machte sie zum doppelbödigen Vergnügen. Teil desselben ist es, dass die Kandidaten intellektuell in der Lage dazu sind, ihr Verhalten zu analysieren. "Manchmal ist man sehr angestrengt in so einer Sendung", gibt Graf Moritz zu. "Man muss ständig seine Gefühle beschreiben und weiß manchmal nicht, ob man die gleiche Wortwahl nicht eben schon mal getroffen hatte. Man verliert so ein bisschen seinen Wortschatz, weil man sehr viel reden muss. Es ist ein Wechselbad der Gefühle. Es gibt Situationen, da fragt man sich: 'Habe ich das eben wirklich so gesagt?"

Neun Drehtage, die bis zu 20 Stunden dauerten, musste der schüchterne Moritz überstehen. "Man unternimmt verschiedene Aktivitäten, dazwischen hat man vielleicht mal fünf oder zehn Minuten Zeit zu verschnaufen. Wenn das Produktionsteam abends um 22.00 Uhr verschwunden ist, verbringt man noch zwei bis vier Stunden gemeinsam mit der Auserwählten..." Ob etwas daraus geworden ist, darf Moritz nicht verraten. Sein Minenspiel deutet eher auf einen Flop hin. Nach Sichtung der Bewerbungen und einer Speed-Dating Runde mit acht Bewerberinnen hatte er sich für eine Kandidatin entschieden, der er acht Tage lang sein Leben zeigte.

Christoph vom Tegernsee hingegen sah sich in derselben Zeit zwei Frauen an - mehr sind nicht erlaubt. Ohnehin gibt es für den Powertypen aus Bayern nur die Arbeit. Um zwei oder drei Uhr morgens beginnt sie, erst um 18.00 Uhr ist Feierabend. So geht das sechs Tage die Woche. In der einen Woche Jahresurlaub hat Christoph nun die Show gemacht. Auch das könnte man als "hardcore" bezeichnen. Die Show betrachtet der bayerische Jungunternehmer vor allem als Werbung für seine Fischerei. Ob die künftige Gräfin unbedingt zu beneiden ist?

Moritz aus Hamburg nimmt man seine Partnersuche hingegen ab - bei aller gebotenen Vorsicht. "Ich würde es als Glück ansehen, wenn es tatsächlich klappt. Das Format verspricht ja etwas: einen Titel, Luxus, ein sorgloses Leben - vielleicht finanzielle Unabhängigkeit. Die Realität sieht auch hin und wieder anders aus. Ich bin ein bodenständiger Mensch, der etwas von seiner Frau erwartet. Ich möchte kein Prinzesschen, das sich ins gemachte Nest setzen möchte." Das Klischee des reichen blasierten Adeligen bedient tatsächlich keiner der beiden Kandidaten. "Ich bin der Fischer und nicht der Graf", bringt es Christoph auf den Punkt

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