"Ich weiß, dass ich das bin und das ist ja auch gut so. Ich habe das Gefühl, dass man beschäftigt wird. Diese Aufgeregtheit, das Schüren von Ängsten lenkt mich ab von Dingen, die ich beeinflussen kann." Und schließlich, zur aktuellen Lage meint sie: "Eine Krise verändert den Markt. Ich sehe das nicht so negativ. Man rückt zusammen, es gibt Umverteilungen aus denen Neues erwächst."
Nun kann man in der fernen Politik oft leichter optimistisch sein als im eigenen Privatleben. Doch da empfindet sich Petri ebenso als positiv denkende Realistin. "Auch wenn ich Momente habe, in denen ich deprimiert bin, sehe ich die Chance. Wenn etwas schwierig ist, finde ich das spannend, Auseinandersetzungen interessieren mich. Ich gehe auf sie zu."
Nicht selten ergaben sich durch den "lustvollen Kampf" im Vorfeld eines Drehs neue Freundschaften. "Es entwickelt sich immer alles anders als man denkt. Deswegen erkennt man irgendwann, dass man nicht so göttlich ist, dass man sich alles aussuchen kann. Es kommen so viel mehr Möglichkeiten in Betracht als die, die du im Kopf hat. Deine Ideen beschränken dich und programmieren eine Enttäuschung. Deswegen versuche ich zu klare Vorstellungen zu verhindern."
Auch eine Karriere, so meint die Wahl-Berlinerin, könne man nicht wirklich steuern. "Ich kann nur mit dem umgehen, was kommt. Entscheiden, ob ich es mache oder nicht. Aber alles was man tut, bringt einen ein Stück weiter. Wichtig ist, den Kopf oben zu behalten, schauen wie die Strömung ist und darauf zu achten, nicht immer gegen sie zu schwimmen." Sie lacht kurz. "Unter Steuern verstehe ich zu entscheiden: wann muss ich schwimmen, wann kann ich mich treiben lassen und wann sollte ich mal ans Ufer."
Und dort, so könnte man den Gedanken weiterspinnen, streichelt sie Wildkatzen, Schlangen und rettet Wespen. Alles aus der Realität der Frau übernommen, die jetzt erst mal eine Zigarette braucht. Was man aus der Auswahl der Tiere folgern soll? "Dass ich die Gefahr durchaus mag, wenn etwas stechen, kratzen oder beißen kann. Ich habe schon als Kind gemerkt: Wenn man solchen Tieren - oder Menschen - ohne Angst begegnet, kommt auch Liebevolles zurück. Man lässt die Angst weg, zeigt sich empathisch. Eigentlich ist es ein Perspektivenwechsel." Und dies passt außerordentlich gut zum Beruf der Schauspielerin, die, nachdem sie kurz nachsinnt, jetzt die Zigarette anzündet.
1
·
2
Zur Bilder-Galerie
Autor: Claudia Nitsche/teleschau - der mediendienst
Bilder:
Salzgeber
Weiterführende Links