Tüfteln zur Primetime: 3sat positioniert im Zuge seiner Programmreform "hitec" auf den Montagabend
(tsch) Wer hätte das gedacht: Frauen und Männer springen auf optische Reize wie Pornofilme gleichermaßen an. Untersuchungen ergaben, dass Frauen dabei eher auf die Genitalien, Männer öfter ins Gesicht der freizügig agierenden Darsteller schauen. Wer Zweifel an dieser Theorie hegt, kann sich von Forschern verschiedener Universitäten belehren lassen, die für den öffentlich-rechtlichen Senderverbund 3sat "Die Vermessung der Lust" in Angriff nahmen. Gezeigt wird die Dokumentation von Annika Schipke am 07. April im Rahmen der Wissenschaftsreihe "hitec", die im Zuge einer Programmreform vom Sonntagnachmittag (16 Uhr) in die Primetime am Montagabend um 21.30 Uhr verlegt wurde. Der neue Sendeplatz wird jedoch nicht dazu genutzt, in Zukunft des Öfteren unter dem Deckmantel der Wissenschaft schlüpfrige Themen aufzuarbeiten. Unter anderem sollen die Zuschauer auch mit der Materie der Elektrizität gefesselt werden.
"Mit dem Vorurteil, dass Wissenschaft nur aus Formeln, Daten und Theorien besteht, haben wir hoffentlich längst aufgeräumt", erklärt Catrin Powell, Redakteurin bei "hitec", die unterhaltsame Themenaus

wahl für die Dokumentationsreihe. Am 31. März werden Innovationen in Forschung und Technik erstmals zur Primetime vorgestellt. Nach dem Beitrag über die Last mit der Lust zeigt 3sat am 14. April im Rahmen des Themenschwerpunkts "Quantensprünge" zum 150. Geburtstag von Max Planck die Dokumentation "Licht am Tempolimit". Bereits in Arbeit ist der Film "Arche Noah im ewigen Eis" (Sendetermin: 05.05.) über die Samen-Datenbank in Spitzbergen, mit der die Pflanzenvielfalt erhalten werden soll.
Der Verpflanzung von "hitec" auf den Montagabend liegt das Ziel zugrunde, das Profil von 3sat als Kultur- und Wissenssender in diesem Jahr weiter stärken zu wollen. 2007 konnte der Senderverbund seinen Marktanteil in der Primetime ausbauen. "Wir gehen mit e

inem stabilen Marktanteil von einem Prozent ins neue Jahr", verkündete der Direktor Europäische Satellitenprogramme beim ZDF und 3sat-Chef Dr. Gottfried Langenstein. Im Zuge der Reform wird zudem auch Moderator Gert Scobel als Sendergesicht deutlicher in den Vordergrund treten. Ab 03. April wird er jeden Donnerstag um 21.00 Uhr das innovative Format "scobel" präsentieren, das sich nicht auf ein Genre festlegt und mal im Gespräch, mal im Film Themen aus Wissenschaft und Kultur aufbereitet. Die täglichen Magazine "kulturzeit" und "nano" bekommen einen neuen Look und erhalten inhaltlich eine Verjüngungskur.
"hitec" tauchte erstmals 1991 im Programm von 3sat auf. Technik-interessierte Zuschauer sollten vor die Bildschirme gelockt werden. Zunächs

t existierte die Sendung als Magazin, seit 1995 dann als Dokumentations-Reihe, in der jeweils ein Film von 30 Minuten Länge gezeigt wird. Als Ersatz für das mehrere Beiträge umfassende Format wurde das Wissenschaftsmagazin "nano" 1999 ins Leben gerufen. Für Catrin Powell hat die Entwicklung, die "hitec" genommen hat, einen großen Vorteil: "Kurzbeiträge sind häufig sehr informationslastig. In einer halben Stunde können Sachverhalte dagegen ausführlich dargestellt und von den verschiedensten Seiten beleuchtet werden. Wir können dabei Spaß an naturwissenschaftlich-technischen Themen vermitteln."
Dem Zuschauer Forschung und Lehre schmackhaft zu machen, versuchen auch andere Sender. Doch nicht überall, wo wissenschaftliche Themen angekündigt werden, wird auch wirklich geforscht
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