Ich denke, dass man nur erfolgreich sein kann, wenn man Filme dreht, die man selbst interessant findet und sich gerne im Kino anschauen würde. Natürlich hofft man auch immer auf ein großes Publikum, aber das bleibt ja nun mal ein Glücksfall. Wenn ich ein Drehbuch lese, sagt mir meine innere Stimme relativ schnell, ob ich es verfilmen soll oder nicht. Meistens heißt es dann: Daumen runter. Bei "Hardcover" war es aber der Humor, der mich sofort überzeugt hat: Er ist nicht vordergründig, um schnelle Lacher zu erzeugen, bildet aber eine solide Basis, um inhaltlich darauf aufzubauen. Im Film finden sich keine Schenkelklopfer, und doch habe ich viel gelacht.
teleschau: Mit Lockenkopf und Brille wirkt Lucas Gregorowicz als Held des Films wie Jon Heder, der als "Napoleon Dynamite" in den USA zum Kultstar wurde. Kann man einen solchen Hype wiederholen?
Wortmann: Wer einen Kultfilm drehen möchte, wird notgedrungen scheitern. So etwas kann man nicht planen. Ehrlich gesagt kenne ich Jon Heder auch gar nicht. In Deutschland zumindest hat dieser Film offenbar nicht so kultig eingeschlagen wie anderswo, was wiederum zeigt, dass man gar nicht erst damit anfangen sollte, sich über Kult oder Nicht-Kult Gedanken zu machen.
teleschau: Was motiviert Sie dazu, sich als Förderer junger Regisseure wie Christian Zübert zu engagieren?
Wortmann: Das hat mehrere Gründe. Ich liebe es, Filme zu machen, aber ich finde mich natürlich auch nicht in jeder Geschichte selbst wieder. Es gibt Bücher, die ich großartig finde, selbst aber nicht inszenieren könnte, weil es einfach nicht meine eigene Welt ist. "Lammbock" von Christian Zübert ist ein gutes Beispiel dafür. Ich lernte Christian kennen, als wir einen Autor für ein Projekt suchten und er mir sein Drehbuch zu "Lammbock" als Leseprobe zusandte. Das fand ich so gut, dass ich ihn dazu überredete, bei der Verfilmung seines Buches selbst Regie zu führen, was aber ursprünglich überhaupt nicht sein Ziel war. Die Zusammenarbeit verlief reibungslos, und mittlerweile haben wir den dritten Film gemeinsam realisiert. Ich habe mich parallel jeweils auf die Rolle des Produzenten konzentriert. Es ist interessant, die Entwicklung eines jüngeren Kollegen zu beobachten. Inzwischen sind wir befreundet, und er ist wie mein jüngerer Bruder.
teleschau: Wieso inszenieren Sie solche kleineren Filmprojekte nicht gleich selbst nebenbei?
Wortmann: Bei Little Shark konzentrieren wir uns auf wenige, aber gut ausgewählte Stoffe, die immer umfassend betreut und niemals "nebenbei" hergestellt werden
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