Quotenarm, aber nicht flügellahm: RTL erteilt der "Red Bull Air Race"-Serie erneut die Startlizenz

(tsch) Ein Mann ganz nach dem Geschmack von Red Bull: Hannes Arch ist Österreicher und Extremsportler. Bergsteigen, Paragleiten, Ultraleichtfliegen - seit seiner Jugend will der Steirer hoch hinaus. Oder ganz tief fallen: Denn Arch ist auch leidenschaftlicher Base-Jumper. Bei seinem Sprung von der Eiger Nordwand blieben ihm etwa damals, um seinen Schirm zu öffnen - eine halbe Ewigkeit im Vergleich zu dem, was Hannes Arch heute treibt. Der 40-Jährige ist Pilot in der "Red Bull Air Race"-Series, einer Art Formel 1 der Lüfte. Doch während in Bernie Ecclestones Motorsport-Zirkus mehr Deutsche denn je an den Start gehen, verlieren die Luftrennen für das bislang überschaubare deutsche Publikum weiter an Attraktivität. Nach dem Rückzug von Klaus Schrodt ist Arch der letzte deutschsprachige Teufelskerl in einer fliegenden Kiste. Dennoch nimmt sich RTL der neuen Saison wieder an. Ob der pappsüße Muntermacher diesmal den Quoten Flügel verleiht?

Ab Sonntag, 27. April, berichtet der Kölner Privatsender jeweils im Vorfeld der Formel-1-Übertragungen wieder in einem halbstündigen Magazin (gegen 12.15 Uhr) über die neuen "Läufe" der atemberaubenden Rennserie, die bereits am 10. April in Abu Dhabi in eine neue Saison startet. Moderator ist und bleibt Leonhardt Diepenbrock, selbst ein passionierter Flieger und großer Bewunderer der riskanten Luftnummer: "Es ist fast übermenschlich, was die Piloten hier leisten", sagt Diepenbrock. "Risiko und Tempo müssen die Flieger in Bruchteilen von Sekunden abwägen, damit es nicht zum Crash kommt. Einfach unglaublich!"

Für alle Neulinge, die bislang nur Flughafen verstehen und keinen blassen Schimmer haben, worum es in der "Red Bull Air Race"-Serie überhaupt geht: Erfahrene Kunstpiloten, darunter so mancher Ex-"Top Gun"-Absolvent, liefern sich einen halsbrecherischen Wettkampf. Mit bis zu 400 Kilometer pro Stunde donnern die Männer mit ihren fliegenden Kisten durch einen mit gut 20 Meter hohen Air Gates gespickten Slalom-Parcours und vollführen zum Wohlgefallen der meist zigtausend Besucher spektakuläre Salti, Rollen und kubanische Achter. Die Show-Einlagen sind Pflicht, werden von einer Jury streng bewertet und treiben Mensch und Maschine gleichermaßen ans Limit.

Nicht selten treten während der Kunststückchen Beschleunigungskräfte von bis zu zehn G auf, also das Zehnfache der Erdanziehungskraft! Wie sich das anfühlt? "Schwierig zu beschreiben", sagt Hannes Arch. "Es ist, als würden große Kartoffelsäcke an den Armen hängen und ein Betonblock auf der Brust liegen. Wenn man gegen diese Kräfte aber nicht ankämpft, wird man bewusstlos. Deshalb sollte man in einem sehr hohen Bereitschaftszustand und durchtrainiert sein, um bei klaren Sinnen zu bleiben."

Für Angst sei im Cockpit kein Platz, erklärt der Österreicher, der in seine zweite Saison startet. "Es herrschen viel mehr Anspannung und Nervosität, die einen auf Touren bringen. Erst dann ist man bereit, schnell zu reagieren und Fehler zu vermeiden." Letztere werden mit Zeitstrafen oder gar mit der Disqualifikation geahndet. Als schwere Regelverstöße gelten unter anderem jegliche Form des gefährlichen Fliegens, das Berühren eines Pylonen mit dem Propeller oder die Querung der Besucherlinie.

In zehn Städten rund um den Globus macht der Rennzirkus in diesem Jahr Halt - darunter auch London, Stockholm und Porto. Der 2007 erfolgreich eingeführte Knock-Out-Modus im Semifinale und Finale wird beibehalten

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