Ich finde es schön, mit losen Enden zu arbeiten und sie für mich zu verknüpfen. Die eigene Fantasie, auch die des Zuschauers, ist fast immer stärker als das, was ein Film konkret vorführt. Da gibt es dieses schöne Beispiel von Alfred Hitchcock. Man fragte ihn, wie ein Regisseur am besten eine Frau aufnimmt, die gerade vom Tod ihres Mannes erfährt. Hitchcock antwortete, dass er eine solche Szene von hinten über die Schulter der Frau filmen würde. Der Rest spiegelt sich im Gesicht des Anderen.
teleschau: Sollte das Fernsehen den Zuschauer zu mehr Fantasie erziehen? Plädieren Sie dafür, dass mehr offene Filme gedreht werden?
Maja Maranow: Auf alle Fälle. Ich bin überzeugt davon, dass die Zuschauer bei weitem nicht so doof sind, wie sie immer gemacht werden. Die Angst davor, dass das Publikum etwas nicht verstehen könnte, ist groß. Dabei beschäftigen und faszinieren einen Dinge, die man vielleicht nicht gleich begreift, doch ungleich mehr als das, was auf der Hand liegt.
teleschau: "Zeit zu leben" steht in einer Reihe von Filmen, die Sie in den letzten Jahren mit dem Regisseur Matti Geschonneck gedreht haben. Früher arbeiteten Sie eine Zeit lang vor allem mit Dieter Wedel zusammen. Bleiben Sie Regisseuren gerne treu?
Maja Maranow: Ich habe mir das alles ja nicht ausgesucht. In der Regel ist es der Schauspieler, der gefragt wird und nicht umgekehrt. Natürlich bin ich über die gemeinsamen Projekte mit Matti Geschonneck sehr glücklich, da er ein toller Regisseur ist. Er besitzt ein kaum zu übertreffendes Gespür für Menschen und Situationen, was einem Regisseur immer sehr zuträglich ist (lacht). Matti Geschonnek gibt sehr ökonomische Regieanweisungen, mit denen man sofort etwas anfangen kann. Dazu kommt, dass es in seinen Projekten eben diesen Raum für die Fantasie des Zuschauers gibt. Dinge bleiben offen oder ungesagt, so wie im Leben. Eine Erkenntnis, die ich für die Arbeit an einem Film nicht ganz unwichtig finde.
teleschau: Über Ihr wirkliches Leben, sprich das Privatleben, lässt sich so gut wie nichts herausfinden. Sie sind bekannt dafür, in Interviews nicht über Privates zu sprechen und in der Tat lässt sich selbst im Internet kaum etwas über Ihre private Seite herausfinden. Wie schaffen Sie das?
Maja Maranow: Jeder Schauspieler und jede Person des öffentlichen Lebens kann selbst entscheiden, wie viel sie von sich preisgibt. Bei mir ist das Private eben privat. Ich möchte über meine Arbeit wahrgenommen werden. Ich sehe es so: Je weniger ich über einen Schauspieler weiß, um so mehr kann ich mir vorstellen
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