teleschau: Was gilt es in Ihren Augen aktuell als Belange der Frauen aufzuarbeiten?

Barbara Dickmann: Man kann nicht sagen, die Frauen haben alles erreicht - im Gegenteil. Wir diskutieren immer noch um Kinderbetreuung. Wir haben immer noch ungleichen Lohn für Frauen für gleiche Arbeit. Darüber sprechen wir heute im 21. Jahrhundert! Vieles ist noch nicht erreicht. Es muss also mehr getan werden, damit Frauen, die nicht so privilegiert sind, den Anschluss an die schnelllebige Gesellschaft nicht verpassen. Das sind Themen, die wir in unserer Sendung auch weiter vorantreiben.

teleschau: "ML Mona Lisa" will nicht nur berichten, sondern auch gestalten ...

Barbara Dickmann: Unsere Beiträge sollen den Zuschauern bewusst machen, dass es Dinge gibt, die sie selbst verändern können. Für unsere Aktionen haben wir Preise bekommen: "Deutschland packt an" oder "Deutschland für Kinder". Das macht deutlich, dass sich jeder in unserer Gesellschaft um den anderen kümmern muss. Auch ehrenamtlich! Es ist wichtig, auch interaktiv mit dem Zuschauer in Kontakt zu bleiben.

teleschau: Auch für Sie persönlich steht ein kleines "ML Mona Lisa"-Jubiläum an: Im Mai sind Sie fünf Jahre Redaktionsleiterin. Worauf sind Sie stolz?

Barbara Dickmann: Es ist mir in diesen fünf Jahren gelungen, diese Sendung endgültig zu einem gesellschaftspolitischen Magazin zu gestalten - mit dem Fokus auf Frauen. Wir haben männliche Zuschauer hinzugewonnen, die nicht nur "gezwungenermaßen" mit ihren Frauen einschalten, sondern weil es sie selbst interessiert. Dadurch haben wir 500.000 bis 600.000 Zuschauer zusätzlich gewonnen. 42 Prozent unserer Zuschauer sind Männer. Und - wir haben in diesen fünf Jahren auch einen Quantensprung in Sachen Qualität erreicht. Wir sind sehr viel aktueller geworden. Jeden Sonntag wird das Magazin noch einmal aktualisiert. Wir haben einen investigativen Ansatz, können mit Enthüllungsberichten aufwarten - und der journalistische Anspruch ist sehr hoch.

teleschau: Wie wird das nun in der Jubiläumssendung gefeiert?

Barbara Dickmann: Wir sind leider wieder auf die Länge von 29 Minuten und 30 Sekunden festgelegt worden. Aber wir machen mit einem "ML Mona Lisa"-Bus eine stilisierte Zeitreise: von München, wo die Redaktion sitzt, nach Köln, Bonn, Leipzig, Dresden und Berlin. Wir treffen Menschen, die die Sendung begleitet haben und sagen können, wo die Frau vor 20 Jahren stand: Wir treffen Rita Süssmuth, Alice Schwarzer natürlich, thematisieren den Fall der Mauer und führen ein Interview mit Angela Merkel

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