Jubiläum mit einem Lächeln: Barbara Dickmann blickt zurück auf 20 Jahre "ML Mona Lisa" (So., 20.04., 18.00 Uhr, ZDF)

(tsch) "Wir fahren durch 20 Jahre Frauengeschichte, 20 Jahre Gesellschaftspolitik und 20 Jahre 'ML Mona Lisa." Redaktionsleiterin Barbara Dickmann freut sich auf die Jubiläumsausgabe des ZDF-Magazins, in der ein Bus eine wichtige Rolle spielen wird. Während "ML Mona Lisa" am 17. April 1988 noch als Frauenmagazin auf Sendung ging, firmiert es heute als gesellschaftspolitisches Magazin mit dem Fokus auf Frauen, zu dem sonntäglich zwei Millionen Zuschauer einschalten. Nachdem Susanne Kronzucker im März als neue Moderatorin zum Team stieß, steht Ende Juni ein weiterer Wechsel an: Nach fünf Jahren wird Barbara Dickmann die Redaktionsleitung an ihre Stellvertreterin Sibylle Bassler abgeben. "Das sage ich auch ein bisschen stolz: Ich kann eine Sendung übergeben, an deren Fortbestand nun wirklich niemand mehr zweifelt", sagt Barbara Dickmann. Im Interview spricht sie darüber, was "ML Mona Lisa" bewegen konnte, und erklärt, warum auch Männer einschalten sollten. Doch das tun sie ja sowieso schon ...

teleschau: Frau Dickmann, wie viele Männer arbeiten eigentlich in Ihrer Redaktion?

Barbara Dickmann: Wir beschäftigen Korrespondenten und freie Mitarbeiter männlichen Geschlechts, haben also ganz sicher nichts gegen männliche Kollegen - im Gegenteil. Aber in der Redaktion hat es sich so entwickelt, dass es nur Frauen sind. Das funktioniert wunderbar, auch wenn uns das keiner glaubt (lacht).

teleschau: Was ist Ihr Geheimnis?

Barbara Dickmann: Die Kolleginnen haben verstanden, dass es um das Produkt geht. Zwischenmenschliches spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Nachdem lange Zeit das Totenglöckchen über "ML Mona Lisa" geläutet hatte, ziehen wirklich alle an einem Strang.

teleschau: Das Magazin hat sich parallel zur Stellung der Frau in der Gesellschaft weiterentwickelt ...

Barbara Dickmann: Ja, wir sind mit der Zeit gegangen. Aber - das möchte ich betonen - es war immer ein politisches Magazin. Auch wenn Maria von Welser am Anfang noch mit Bocuse kochte und im Tupfenkleid auftrat, schaffte sie ganz schnell diese Wendung. Erinnern Sie sich an 1992 und den Bosnienkrieg!

teleschau: "ML Mona Lisa" deckte in vielen Schwerpunktsendungen die Massenvergewaltigungen auf.

Barbara Dickmann: Wir als Magazin haben es geschafft, dass heute beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag auch Kriegsverbrecher aus Bosnien vor Gericht stehen. Wir gingen auch dem Verschwinden von Neugeborenen aus ukrainischen Kreißsälen nach - daraufhin wurden der Europarat und das Europäische Parlament in dieser Sache aktiv. Immer haben wir aber auch den Wandel der Frau in der Gesellschaft begleitet. Vor 20 Jahren zum Beispiel war die Frau mit dem Abtreibungs-Paragrafen 218 im Aufbruch. Wir waren eigentlich an jedem Etappensieg der Frauen irgendwie beteiligt. Viele unserer Zuschauerinnen begleiten uns schon seit 20 Jahren. Ihr Profil: Unsere Zuschauerinnen sind gebildet und stehen selbstbewusst in dieser Gesellschaft ihre Frau.

teleschau: Ihre neue Moderatorin Susanne Kronzucker sagte kürzlich: "Auch die Männer müssen sich emanzipieren."

Barbara Dickmann: Dafür ist unser Magazin 100-prozentig geeignet. Wir bringen den Männern Themen näher, die sie vielleicht bisher gar nicht interessierten. Wir stellen die Frauen als einen auch wirtschaftlich erfolgreichen, wichtigen Teil der Gesellschaft dar und diskutieren die Probleme, die damit verbunden sein können. Männer haben mit dem Erfolg der Frau oft wiederum selbst ein Problem, bei dessen Lösung wir hin und wieder "Schützenhilfe" leisten

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