"Es stand zur Debatte, ob ich das weitermoderiere oder nicht. Ich entschied mich dagegen." Eine Entscheidung, die Ina Müller schlaflose Nächte bescherte. "Irgendwas bereitete mir Bauchschmerzen. Ich wollte nicht, dass auch noch der letzte Bauer aus der Ecke gekratzt und irgendwie verheizt wird. Ich habe auch keinen Bock auf Quotendruck, den es bei der ARD eben gibt. Das war eine große Chance und eine große Entscheidung, ganz klar auch gegen mehr Berühmtheit, da ich ja noch keine so bekannte TV-Frau bin."

Und so bleibt Ina eben Ina, wenn auch nicht ganz die Alte. Viele kennen sie als die "toughe, ledige 40-Jährige", die sich in frechen Songs zu ihrem zufriedenen, kinderlosen Single-Dasein bekannte und ihr "Arschgeweih" zum Lasern freigab. Diese Zeiten sind vorbei. "Ich bin froh, dass ich nicht mehr ständig Interviews darüber geben muss, wie man in Würde altert, ohne sich ständig Botox zu spritzen", sagt die 42-Jährige. "Beim neuen Album weiß ich noch nicht, wohin die Interviews führen werden. Da stecken noch jede Menge Überraschungen drin."

Auch die neue Platte steckt voller Überraschungen. Modern und cool sollte sie werden, nur nicht altbacken und schlagerhaft, aber auch nicht zu "abgefahrene, nach Berlin riechende Independentmusik - das klingt bei einer Frau in meinem Alter einfach tragisch." Die erste CD sei schön gewesen, aber auch zu weich gespült. "Danach nahmen wir ein Livealbum auf, und das war ich. Das aktuelle Album hat nun wesentlich mehr Live-Charakter." Die Ideen zur neuen Platte entstanden auf Sylt - Inas Idee: "Die Produzenten Frank Ramond und Hardy Kayser waren mit Annett Louisan, die ich auch gut kenne, eine Woche auf Mallorca. Da sagte ich: 'Geht's eigentlich noch? Warum muss ich bei mir zu Hause am Schreibtisch sitzen zum Texten und selber noch den Kaffee kochen? Wir fahren jetzt auch irgendwohin."

Nach dem Erfolg des ersten Albums und einer "tollen" Tour folgte die Panik vor der Ideenlosigkeit, eine völlig unbegründete Sorge. Nur sieben Tage später kam das Trio mit 19 Songs zurück nach Hamburg. "Es war Oktober, das Wetter war nicht so toll. Wir blieben den ganzen Tag im Hotel. Da sitzt Du zu dritt und führst stundenlange Gespräche, bei gutem Wein bis in die Nacht hinein. Daraus entstanden wunderschöne Geschichten." Wie die von Jens, der immer noch in Mark umgerechnet wird. "Der Marksong ist vom Humor her der stärkste. Der ist auch sehr witzig entstanden. Frank und ich unterhielten uns über Geld und darüber, dass der Euro immer noch in Mark umgerechnet wird, wenn es teuer wird

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