Gundula Gause: "Der Wert der Beständigkeit ist auch einer"

(tsch) "Keine Grafik kann Gundula ersetzen", stellte Claus Kleber kürzlich in einem Interview mit dem "Stern" klar. "Das hat alle meine Freunde und Familie sehr amüsiert", lacht Gundula Gause (42), die sich schon darauf freut, mit Claus Kleber - dem Mann an ihrer Seite im "heute-journal" - im nächsten Jahr ins digitale Nachrichtenstudio und damit in eine neue Ära einzuziehen. 15 Jahre währt die eigene bei ihrem geliebten ZDF-Nachrichten-Format - am 05. April 2008 auf den Tag genau. Zeit, ein wenig zurückzuschauen und mehr über die dreifache Mutter und gesellschaftlich engagierte Co-Moderatorin zu erfahren, die zum Abschied von Wolf von Lojewski mit ihm durchs Studio tanzte und seit einiger Zeit auch ProSieben-Zuschauern aus der TV-Parodie "switch reloaded" bekannt ist.

teleschau: Frau Gause, werden Sie häufig auf Ihr reimendes Double von "switch" bei ProSieben angesprochen?

Gundula Gause: Selbstverständlich! Wir amüsieren uns riesig und zitieren auch schon mal: "Claus Kleber, wo ist der Wagenheber?" Ich find's klasse, wie die das machen. Ich würde den Doubles am liebsten mal begegnen.

teleschau: Das ZDF selbst beweist auch Humor und bietet für die "heute-journal"-Fans sogar Klingeltöne an - unter anderem mit der Stimme von Gundula Gause ...

Gundula Gause: Klar, wir stehen mit beiden Beinen im digitalen Zeitalter. So etwas gehört auch dazu. Nichtsdestotrotz bleiben wir unserem seriösen und soliden Nachrichtenjournalismus treu!

teleschau: Gibt es Momente, die Ihnen aus 15 Jahren als Co-Moderatorin beim "heute-journal" besonders im Gedächtnis blieben?

Gundula Gause: Das reicht eigentlich noch weiter zurück: Beim ZDF bin ich seit Herbst 1989, und ich bin froh, dass ich dort die Zeit der Wende so intensiv miterleben konnte. Das ist eine historische Zäsur im Leben aller Deutschen. Am 03.10.1990 wollte ich unbedingt in Berlin mit dabei sein und leistete Zuarbeiten bei Drehs vor Ort. Ich rannte mit den Kassetten in der Hand durch das prallvolle Berlin, das feierte. Die erste gemeinsame Sitzung von Bundestag und Volkskammer verfolgte ich mit großer Spannung.

teleschau: War es für Sie vielleicht besonders spannend, weil Sie auch aus Berlin stammen?

Gundula Gause: Sicherlich, ich wurde in Berlin geboren, zog früh weg, aber ich besuchte zu Theaterwochen regelmäßig meine Großmutter. Es störte mich immens, in eine geteilte Stadt zu fahren. Als junge Frau beängstigten mich diese Grenzkontrollen genauso wie das System, das mir als Westdeutscher komplett fremd war. 1992 bis 1998 verbrachte ich als Vertretung von Maybrit Illner im "Morgenmagazin" etwa acht Wochen im Jahr in Berlin. Es war toll, zu erleben, wie diese Stadt sich entwickelte.

teleschau: Könnten Sie sich vorstellen, im "heute-journal" mal mit Claus Kleber die Plätze zu tauschen?

Gundula Gause: (lacht) Ein direkter Plätzetausch wäre wohl abwegig. Ich fühle mich in meiner Rolle als Co-Moderatorin sehr wohl. Aber natürlich bin ich grundsätzlich offen für eine seriöse berufliche Weiterentwicklung.

teleschau: 15 Jahre hält man es wohl auch nur an einem Arbeitsplatz aus, an dem man sich wohl fühlt - die Redaktion wirkt nach außen hin sehr harmonisch.

Gundula Gause: Wir gehen kollegial und professionell miteinander um und sind offen für Kritik aneinander

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