Loretta Stern: Gehirnjogging in der "Schillerstraße"

Loretta Stern sagt gerne, dass ihr Dinge "passieren". Vielleicht hat dieses Gestirn am deutschen Künstler-Firmament aber auch einfach eine ganz besondere Anziehungskraft. Die 35-Jährige besitzt eine ganze Galaxie von Talenten: Sie singt (zum Beispiel in der Band Mathilda), spielt (zuletzt in "Unschuldig"), moderiert und ist ein Sprach-Genie. Dass da nicht schon früher jemand auf die Idee kam, Loretta Stern in die "Schillerstraße" zu schicken (ab Fr., 30.10., 20.15 Uhr, SAT.1)? Im Interview verrät die Schauspielerin, die mit dem Sprecher Matti Klemm ("Desperate Housewives") verheiratet ist und in Berlin Mitte lebt, wie sie ihr Hobby "Hirn herausfordern" pflegt, und wie das zusammenpasst: eine Vorliebe für akribische Planung und Improvisations-Comedy.

teleschau: Frau Stern, Sie sagen selbst von sich, privat gerne alles ganz genau zu planen ...

Loretta Stern: Ich bin eigentlich sehr, sehr konzeptionell und analytisch. Ich versuche, jegliche Situationen, die mir theoretisch passieren könnten, schon im Vorfeld von allen Seiten zu beleuchten - was das Leben, zugegebenermaßen, nicht unbedingt einfacher macht.

teleschau: Warum machen Sie dann jetzt ausgerechnet Improvisations-Comedy?

Loretta Stern: Vielleicht deshalb, weil ich mentale Herausforderungen aller Art sehr liebe. Ich bin kein typischer Hobbymensch, aber wenn ich etwas als Hobby bezeichnen würde, dann: mein Hirn herausfordern. Sei es, indem ich eigenartige Sprachen lerne oder mich auf ein dann doch "geschütztes Abenteuer" wie die "Schillerstraße" einlasse.

teleschau: Die Sprache, die Sie sich aktuell vorgenommen haben, ist Türkisch - weil's so schön schwierig ist?

Loretta Stern: Meine mit osmanischen Wurzeln ausgestatteten Freunde fassen sich beim Hören türkischer Musik immer mit Tränen in den Augen ans Herz und schwärmen von den ergreifenden Texten. Wenn ich dann sage: "Übersetz' mal!", kommt nur: "Das kann man nicht übersetzen!" Was mir am Türkischen gefällt, ist, dass es so blumig und bilderreich ist. Ich mag Sprachen, die einem viel Spielraum in der Formulierung lassen. Ich habe auch eine Sammlung von albernen Sätzen in verschiedenen Sprachen, derer ich sonst nicht mächtig bin. Gerade habe ich wieder einen hübschen neuen akquiriert.

teleschau: Der wie lautet?

Loretta Stern: Auf Altpersisch kann ich jetzt sagen: "Du weißt schon, dass du im Kuchen sitzt, gell?" Manchmal höre ich solche Sätze und denke: "Der ist zu schön, um einfach wieder in Vergessenheit zu geraten:"

teleschau: Wo schnappen Sie so was auf?

Loretta Stern: Das war bei einer Geburtstagsfeier im Garten. Als es anfing, wahnsinnig zu regnen, zogen sich alle in einen Pavillon zurück, in dem viele Gartenstühle mit bunten Polstern standen. Nur auf einem war es eben kein Polster ... Ausgerechnet das Geburtstagskind hatte dann Donauwelle am Hintern.

teleschau: Sie kamen als Sängerin zu Mathilda, weil Sie mal eine Verehrungs-E-Mail an die Band geschickt und Interesse bekundet hatten. Haben Sie auch Fanpost an die "Schillerstraße" adressiert?

Loretta Stern: In dem Fall nicht (lacht). Da hielt ich mich zurück! Obwohl ich schon damals, als ich von dem Format nur gelesen hatte, dachte: Ui, das klingt aber toll, das wär ja was

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