"Layer Cake" - Kein Zuckerschlecken
Altes Schaffen im neuen Popularitätsglanz: Seit sich Daniel Craig als 007 allgemein Respekt verschafft hat, werden seine Filme aus der Prä-Bond-Ära - als er in Deutschland gelegentlich noch als "Ex von Heike Makatsch" firmierte - ganz anders wahrgenommen. Welch Wunder! Und welch Glück, wenn es sich dabei um so raffinierte Thriller wie "Layer Cake" (2004) handelt. ProSieben wiederholt die elegante Räuberpistole, very british und von Matthew Vaughn in Szene gesetzt, der zuvor die Kultstreifen "Bube, Dame, König, Gras" und "Snatch" produzierte.
Eine Million Pfund sollten eigentlich reichen, um mit 29 den Job hinzuschmeißen und das Leben zu genießen. Doch aus dem geplanten Vorruhestand eines namenlosen Kokaindealers (Craig in seiner ersten Hauptrolle)

wird - wie so oft in solchen Fällen - nichts. Sein Boss Jimmy Price (Kenneth Cranham) beauftragt ihn, einerseits die in der Londoner Drogenszene versumpfte Tochter seines Geschäftspartners zu finden, andererseits einen riesigen Ecstasy-Deal mit einem unberechenbaren Gangster abzuwickeln.
Genau die Art von Jobs also, die er bislang tunlichst vermieden hat. Nicht ohne Grund, wie sich zeigt. Denn der Namenlose (im Abspann wird er einfach XXXX genannt) wird in die dreckigen Machenschaften diverser Mobs gezogen, die seine Frührentnerpläne ziemlich durcheinanderbringen ...
"Layer Cake" - zu deutsch: Schichttorte - steht nicht nur sinnbildlich für den Facettenreichtum von Daniel Craig, sondern auch für die unterschiedlichen sozialen Schichten und Machtstrukturen sowie die Handlung, die auf mehre

ren Ebenen stattfindet. Schwer im Magen liegt der Film trotz seiner teils verworrenen Erzählstruktur jedoch nicht, was auch daran liegen dürfte, dass Regisseur Matthew Vaughn auf eine explizite Gewaltdarstellung verzichtete. Dafür bewies Claudia Schiffers "bessere Hälfte" enormen Ideenreichtum bei der Kameraführung, die so weit geht, dass der Zuschauer in einer Szene regelrecht zusammengeschlagen wird.
Im Gegensatz zum namenlosen Koksdealer sollte Daniel Craig um seine Rente nicht fürchten müssen. Seit dem "James Bond"-Streifen "Casino Royal" ist der Brite gefragter denn je: Zuletzt stand er für Steven Spielbergs Comic-Verfilmung "Tim und Struppi - Das Geheimnis der 'Einhorn" vor der Kamera (doch Geduld, Starttermin ist der 27.10.2011). Danach wartet schon der nächste, inzwischen dritte Auftrag für 007 ...
Ausstrahlung am 27.11.2009 um 22:30 Uhr auf ProSieben
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Autor: Bernd Fetsch/teleschau - der mediendienst
Bilder:
ProSieben / 2004 Columbia Pictures Industries
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