"Die Hochzeits-Crasher" - Bis einer weint ...

Seine Hai-Phobie hat Vince Vaughn angeblich überwunden, als er in der Südsee als Hauptdarsteller und Koautor "All Inclusive" (derzeit im Kino) drehte. Auch in anderer Hinsicht konnte ihm die Arbeit an der Beziehungskomödie, in der vier Partnerschaften auf dem Prüfstand stehen, anscheinend keine Angst einjagen: Der Schauspieler sieht seiner eigenen Heirat immer noch aufgeregt entgegen. Ein Termin für die Hochzeit mit der Immobilienmaklerin Kyla Weber, der er am Valentinstag einen Antrag gemacht hat, soll allerdings noch nicht feststehen. Vielleicht überlegt der 39-Jährige ja noch, wie er sich am besten gegen potenzielle "Hochzeits-Crasher" wappnet. Nach der Komödie (2005) mit Owen Wilson, die ProSieben wiederholt, weiß Vaughn schließlich, was die Party-Mogler so anrichten können ...

John Beckwith (Wilson) und Jeremy Grey (Vaughn) sind nicht nur professionelle Paarberater, sondern nutzen ihren Instinkt für weibliche Bedürfnisse auch persönlich aus: Sie "crashen" Hochzeiten. Sie schleichen sich auf fremde Traufeste, geben sich als Verwandte entfernten Grades aus, indem sie einfach Tanten oder Onkel erfinden, und nutzen die emotionale Ergriffenheit von jungen Frauen aus. Das endet dann stets in weichen Daunen: John und Jeremy sind Meister ihres Fachs - bis sich der eine verliebt und der andere zum Gefreiten der etwas wahnsinnigen Tochter des Finanzministers wird.

"Die Hochzeits-Crasher" mag eine seichte Komödie sein - mit einer routinierten Erzählstruktur und traditionellem Finale. Doch hat sich Mark Livolsi am Schneidetisch (Regie: David Dobkin) förmlich verausgabt: Der erfahrene Schnittmeister ("Vanilla Sky", "Marley & Ich") schuf eine der rasantesten Fünf-Minuten-Sequenzen des vergangenen Filmjahrzehnts. Es ist ein Bild- und Musikstrudel voller Dynamik, Witz, Frivolität, Lebenslust und Jagdeifer, der die beiden Protagonisten bei ihren Aktivitäten auf unzähligen Hochzeitsfeiern zeigt: als Stimmungsmacher, Mittelpunkt jeglicher Konversation und erfolgreiche Freier.

Die "Frat Pack"-Kollegen Wilson und Vaughn, die einen nächsten gemeinsamen Auftritt in Hank Azarias Projekt "Outsourced" planen, sind hier wie Balsam auf die komödiengeplagte Seele. Wilson verzichtete auf seinen Dauer-Partner Ben Stiller und läuft neben Vince Vaughn zur Hochform auf. Trockenhumorige Dialoge, Situationskomik par excellence und die auf die beiden Comedy-Stars vereinte Sympathie des Publikums garantieren einen knapp zweistündigen Lach-Erfolg.
Ausstrahlung am 21.11.2009 um 20:15 Uhr auf ProSieben

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Autor: Bernd Fetsch/teleschau - der mediendienst
Bilder: ProSieben / Warner Bros. Television

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