.. da dachten wir, das kann ja wohl nicht sein, dass wir uns sechs Monate den Arsch aufreißen, und dann kippt das Ganze. Und dann kriegten wir Panik.
teleschau: Was habt Ihr dann gemacht?
Weber: Wir riefen zwei Gitarristen an, einer davon war der Chris von den Emil Bulls, Rüde hat mit ihm gesprochen. Er sagte: "Chrissi, bitte hilf uns, du musst innerhalb von drei Tagen elf Lieder lernen." Er schickte ihm das und telefonierte am nächsten Tag wieder mit ihm: "Chris, wie schaut's aus?" Und er: "Die elf Lieder kann ich." Und Rüde: "Machst du jetzt nochmal 15?" Und er: "Ja, logo." Chris kam zwei Tage später, wir probten gemeinsam, und er sagte dem Peter dann sogar immer, was er falsch macht (lacht): "Ne, Peter, bei den Aufnahmen hast du's anders gespielt ..." Er hat uns das Ding gerettet.
teleschau: Wie lief das mit den Stargästen? Udo Jürgens einzuladen, ist ja nicht unbedingt naheliegend ...
Weber: Aber genau das ist ja das Spannende. Wir haben mit "Ich war noch niemals in New York" unser erstes Cover schon früh festgelegt. Das spielten wir schon vor einigen Jahren live, das machte sehr viel Spaß, und deswegen sagten wir: Das ist auf alle Fälle im Boot. Noch bevor wir überhaupt diese Location gefunden hatten. Und dem Udo schickten wir dann ein Demo. Er war begeistert von der Idee, diese Crossover-Kombination, und erklärte sich auch ziemlich schnell bereit, das zu machen. Er hatte aber keine Zeit bei unserem Auftritt, und wir lösten das eben dadurch, dass wir ihn aufnahmen - sowohl stimmlich als auch auf Band. Und spielten ihn dann virtuell ein.
teleschau: Gab's irgendeinen Gast, den Ihr noch gerne gehabt hättet?
Weber: Ja, es gab einen. Und zwar wollten wir - der hatte leider keine Zeit, der wäre gern dabei gewesen - Bela B. haben: Nur dafür, dass er mit dem Rollstuhl einmal durchs Set fährt, ohne dass er irgendwas macht (grinst). Das wäre so geil gewesen.
teleschau: Gerade Eure Live-Auftritte leben ja von unvorhergesehenen Momenten. Wie war das für Euch in dieser ungewohnten Studiosituation, dass man für die Aufzeichnung womöglich auch mal ein Lied wiederholen muss?
Weber: Die Authentizität fehlte natürlich so ein bisschen. Das war aber klar, dass man sich darauf eben einlassen muss. Wir sind aber auch froh, dass wir wenigstens in Momenten der Panne - einmal ist der Bass kaputt gegangen, einmal die Kamera - unsere Stärken so ein wenig ausleben und das Publikum unterhalten konnten. Und das war für uns ja die große Frage: Kommt die Stimmung rüber? Sitzen wir nicht zu weit weg vom Publikum? Deswegen hatten wir ganz vorne ja auch noch mal Sofas hingestellt, um mehr Nähe zu bekommen
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