"Uns ist einfach schier der Kopf geplatzt": Sportfreund Flo Weber über Freud und Leid einer "MTV Unplugged"-Session
Eric Clapton, Nirvana, R.E.M., Herbert Grönemeyer, Die Toten Hosen, Xavier Naidoo - dass sich die Sportfreunde Stiller je in diese Reihe einordnen lassen, hätten viele sicherlich nie geglaubt. Am wenigsten aber das Trio selbst. "Sehr erstaunt" sei man gewesen, gibt Sportfreunde-Drummer Florian "Flo" Weber im Interview zu, als MTV anfragte, ob die drei eine der legendären Akustikshows einspielen wollten. Bevor die Session, die nun als "MTV Unplugged In New York" als Album veröffentlicht wird, zu einem Erfolg werden konnte, mussten allerdings zahlreiche Probleme überwunden werden. Nicht nur zwischen den Sportfreunden Peter, Flo und Rüde selbst.
teleschau: Fangen wir mal von vorne an ... Wie war das denn, als das Angebot von MTV kam?
Florian "Flo" Weber: Das war in Berlin in einem Hotel. Da beraumte MTV ein Treffen ein, und wir konnten

uns überhaupt nicht denken, was die da von uns wollten. Und wenn wir telefoniert hätten, hätten wir sicher erst mal den Telefonhörer wieder aufheben müssen. Aber es hat uns natürlich sehr gefreut. Das ist ein musikalischer Ritterschlag, in dieser Reihe mitmachen zu dürfen.
teleschau: Und wieso New York?
Weber: Naja, uns ist einfach schier der Kopf geplatzt, bei der Frage, was wir machen sollen. Wir haben unglaublich viele Locations besucht. Wir haben uns halt zunächst voll auf die Musik geschmissen, und haben so ein bisschen vergessen, dass wir ja doch eine Örtlichkeit festlegen müssen. Und irgendwann haben wir uns damit beschäftigt und gemerkt, dass das gar nicht so einfach ist.
teleschau: Das sollte man gar nicht glauben ...
Weber: N

aja, du musst vieles beachten: Die Größe, die Lage, es muss wetterfest sein. Und dabei sind wir fast verreckt. Wir haben bestimmt 40 Örtlichkeiten besucht, haben im Netz geforscht. Das ging von der Turbinenhalle, Elektrizitätswerk, Kesselwerk, Oktoberfestzelt, Regenauffangbecken, wir waren auf einem Ponyhof, wir haben in einem Swingerclub nachgeschaut, in einem Schwimmbad waren wir drin. Donaudampfer, Luxusliner, Tupolew, Atomkraftwerk, Teppichgeschäft. Es gab tausend Ideen (lacht). Und wir dachten irgendwann, das gibt's doch nicht, dass wir keine verdammte Örtlichkeit finden.
teleschau: Wer kam schließlich auf die Lösung, das Ganze einfach in einer Filmkulisse in den Bavaria-Filmstudios zu drehen?
Weber: Das war unser Regisseur, der Uwe (Flade, die Red.).

Er meinte, dass er uns mal ein paar Bilder zeigen kann, dass uns das vielleicht gefällt. Und dann zauberte er die Stunthalle, diese Kulisse hervor. Ich dachte mir auch gleich, das Ganze könnte doch so eine Art "West Side Story" werden. Peter meinte auch: "Ja, das mach' mer." Den Rüde überzeugten wir dann vor Ort. Dann sprudelten auch sofort die Ideen.
teleschau: Auf dem Donaudampfer wär's bestimmt auch nett gewesen ...
Weber: Ja, wir waren da drauf und dachten: "Das ist es." Wir fuhren heim, und dann kam der Anruf vom Uwe: "Ah, vielleicht doch zu klein. Und wenn sich der Dampfer bewegt ... Und dann haben wir keinen Strom ..." So ging es uns oft.
teleschau: Wie erging es Euch mit den Songs? So ein "Unplugged" ist ja auch immer ein Rückblick auf das bisherige Schaffen, eine Art Best Of
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