"Shaun of the Dead" - Mit dem Kopf durch die Wand

Im Grunde ist er ja längst verflogen, der Hype um die kruden Zombie-Filme. Doch wie das nun mal mit einer jeden Mode ist: Sie treibt noch eine Weile ihre Blüten. Eine davon kam in Deutschland viel zu spät in die Kinos: "Shaun of the Dead" (2004). Der Streifen ist weder eine Abrechnung mit den zahllosen George-Romero-Filmen noch eine Huldigung, sondern schlicht ein riesengroßer Spaß, den RTL II nun wiederholt.

Regisseur Edgar Wright drehte zeitnah zur Neuverfilmung des Horrorklassikers "Dawn of the Dead", in dem sich eine kleine Gruppe aus Lebenden gegen eine übermächtige Schar Zombies in einem Einkaufszentrum erwehren muss, eine ziemlich schwarzhumorige Komödie über Liebe, den langweiligen Arbeitsalltag und eben auch über Katastrophen mit Untoten.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Shaun (Simon Pegg), ein mehr als durchschnittlicher Brite mit blassem Teint, einem kleinen, aber feinen Bierbauch und einem Hang zur Stammkneipe "Winchester Tavern". Vor allem Letzteres gefiel seiner Freundin Liz (Kate Ashfield) nicht mehr. Sie verließ ihn. Nun aber möchte Shaun um sein Mädchen kämpfen. Leider kommen ihm dabei entrückt dreinblickende Allerweltsmenschen dazwischen, die seltsamerweise mit ausgestreckten Armen und steifem Gang durch die Gegend wanken und nach Frischfleisch gieren ...

Da hilft nur der Gegenangriff: Mit urkomischer Leichtigkeit und reichlich Einfallsreichtum werden die Attacken der wandelnden Toten abgewehrt - mal mit der geliebten Schallplattensammlung ("'Purple Rain'? - Auf keinen Fall. - Der 'Batman'-Soundtrack? - Wirf!"), mal mit Hockey- und Cricketschläger. Das ist alles höchst amüsant, "very British" und ziemlich derbe. Also grandios.

Die finale Schlacht wird nicht in einem Einkaufszentrum geschlagen, sondern stilecht in einem Pub - dem Ort, an dem sich Shaun eben am sichersten fühlt. Co-Autor Simon Pegg geht völlig auf in der Rolle des Pantoffelhelden, der sich weniger um die untote Armee Sorgen macht, sondern sich vielmehr die Frage stellt, wie er seine Liz zurückbekommt. Zusammen mit Sidekick Ed (Nick Frost) bildet er ein unschlagbares Duo, das 2007 als "zwei abgewichste Profis" in der Kinokomödie "Hot Fuzz" unterwegs war, um das Genre der Cop-Movies auf die Schippe zu nehmen.

Peggs aktueller Film entführt ihn jedoch in Welten, die noch nie zuvor ein Mensch betreten hat. Er spielt im elften "Star Trek"-Teil die Rolle von Bordingenieur Scotty.
Ausstrahlung am 26.06.2009 um 22:30 Uhr auf RTL II

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Autor: Gerd Hilber/teleschau - der mediendienst
Bilder: RTL II

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