teleschau: "Fünf Tage Vollmond" wird von der ARD als Liebesfilm angekündigt, und in der Tat geht es darin in einem sehr puristischen Sinn um die Liebe. Ein Mann, eine Frau, eine kleine Insel ...
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laus J. Behrendt: Spannend an dieser Liebesgeschichte finde ich vor allem die Zeit, in der sie sich zuträgt. 1969, vor 40 Jahren, war es noch ein Unding, dass eine Frau sich scheiden lässt, aus einer Ehe ausbricht. Genau um diese Frage, die Möglichkeit eines Ausbruchs, geht es aber. Dieser Punkt hat mich sehr viel mehr interessiert als die Idee, einen klassischen oder puren Liebesfilm zu drehen. So etwas gerät ja schnell sehr seicht.
teleschau: Welche Erinnerung haben Sie an den Stand der Emanzipation 1969?
Behrendt: Ich werde nächstes Jahr 50, war also neun Jahre alt, als Apollo 11 auf dem Mond gelandet ist. Ich komme aus einer kleinen bis mittelgroßen Stadt. Wenn meine Mutter damals sagte, die Frau Soundso ist geschieden, da wusste man, das ist etwas ganz Schlimmes.

So als ob die ein Kainsmal auf der Stirn gehabt hätte. Unter diesem Gesichtspunkt habe ich diesen Film betrachtet.
teleschau: Trotzdem treffen auch abseits des Zeitkolorits zwei Welten aufeinander. Die Inselbewohnerin mit Familie und Verpflichtungen, ihr vorhersehbares Leben in einem engen Korsett. Und die Weltläufigkeit des ungebundenen Ingenieurs, den sie verkörpern ...
Behrendt: Richtig, das ist der andere Aspekt, der an dieser Liebesgeschichte interessant ist. Der Kosmos Hallig trifft auf die weite Welt. Und in unserer Beziehung spiegelt sich wider, wie diese beiden Welten zusammenfinden und in welchen Punkten sie es eben nicht schaffen.
teleschau: Trotzdem funktioniert die Story auch abseits von gesellschaftlich-historischer Einordnung. Geht es nicht vor al

lem um die Frage: Soll ich wegen der großen Liebe alles hinschmeißen?
Behrendt: Von solchen Gefühlen und Entscheidungen kann sich kein Mensch frei machen. Jedem ist es glücklicherweise erlaubt und zugebilligt, dass er sich verlieben kann. Aber - wie es so schön heißt - Liebe macht blind. Oder auch blöd. Stimmt ja auch, dass die Menschen in dem Moment, da sie sich verlieben, sehr schnell vergessen, was sie eigentlich haben. Das auszublenden, ist jedoch oft fatal.
teleschau: Konnten Sie sich auf Ihre Gefühle verlassen in Ihrem Leben - bezüglich des Verliebens?
Behrendt: Diese Frage werde ich nicht beantworten. Sie ist mir zu privat. Ich kann nur sagen, dass ich sehr glücklich bin.
teleschau: Würden Sie den Menschen raten, mehr auf heftig auftretende Gefühle zu reagieren
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