teleschau: Neben der Liebe geht es im Buch und auf Ihrem Album um das Altern und den Tod. Setzen Sie sich mit diesen Themen ohne Probleme auseinander?
Pop: Was den Roman betrifft: Sie können klonen, aber keine Persönlichkeiten kreieren. Liebe gibt es nur nach Vorschlägen aus dem Computer, es hat auch keiner mehr Sex. Es ist wie tot zu sein, aber dennoch zu existieren. Also ein wenig anders als das Konzept, das ich vertrete, ich habe wenigstens eine Geschichte, wenn ich sterbe.
teleschau: Wie sehr lieben Sie noch das Leben?
Pop: Also an manchen Tagen haut es mich nicht aus den Latschen (lacht). Das sind dann diese (imitiert eine Computer-Fehlermeldung) "Akzeptiere es oder lass' es eben"-Momente. Deswegen bin ich wohl in Miami gelandet. Ich habe so viel Dunkelheit in mir - da hilft es, an einem Swimming Pool zu sitzen, der mir gehört. Und eine Palme zu sehen und einen fluffigen weißen Hund um sich herumspringen zu haben (lacht). Das ist nicht viel, aber genug, um sich besser zu fühlen.
teleschau: Sind Sie so melancholisch, wie die Songs klingen oder so witzig, wie Sie heute scheinen?
Pop: Ich bin ein sehr melancholischer Mensch, aber es gibt einen Ort für jedes Ding. Ich möchte nicht in diesem Gespräch meine Melancholie über Dich stülpen. Das gehört nicht unbedingt hierher.
teleschau: Hören Sie mittlerweile auf andere Leute, was geschäftliche oder musikalische Entscheidungen angeht?
Pop: Zuhören tue ich, aber ich fälle meine eigenen Entscheidungen. Ich werde ja auch von niemandem gemanagt. Doch, ich höre zu, denn es gibt eine Menge Leute um mich herum, die schlauer sind als ich.
teleschau: Gab es jemanden, der empfahl, dieses Album zu veröffentlichen?
Pop: Ich hätte es bei diesem kleinen Projekt für die Dokumentation belassen können, einen Song schnell auf der akustischen Gitarre einspielen, das Geld einstecken (lacht). Aber ich hatte ein Verlangen, das größer zu machen. Allerdings nicht für die amerikanische Plattenindustrie. Ich habe das hinter dem Rücken der Amerikaner den Franzosen angeboten, die mich adoptiert haben für dieses Projekt (lacht). Was "Préliminaires" betrifft, bin ich kein amerikanischer Künstler, sondern Franzose.
teleschau: Sprechen Sie denn wenigstens französisch?
Pop: Wir können leider nicht übers Wetter reden, aber ich kann mir Frühstück bestellen.
teleschau: Nicht nur aufgrund der Sprache wirkt das Album sehr seriös. Empfinden Sie das auch so?
Pop: Der Ton des Albums ist ein ernsterer, was nicht heißt, dass es mit mehr Umsicht geschrieben wurde als etwas, das ich vor zehn Jahren verfasste
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