Xzibit: Raus aus dem Klischee

(tsch) Xzibit hat Tätowierungen, muskulöse Oberarme, kurze Stoppelhaare und einen durchdringenden Blick: Der weltweit mit seinen Songs über sein wechselvolles Leben bekannt gewordene Rapper erscheint auf den ersten Blick wie ein typischer Vertreter des bösen "Gangstarap", einer stereotypen HipHop-Bewegung, die Show mit Wirklichkeit verwechselt. Doch Alvin Joiner, so sein bürgerlicher Name, verdiente sich weit über das Musikgeschäft hinaus Respekt für seine Ehrlichkeit und seine künstlerischen Ambitionen, die er beharrlich in Filmen wie "8 Mile", "xXx2: The Next Level" oder dem Football-Drama "Spiel auf Bewährung" zeigte. Nun gelang dem 33-Jährigen der Sprung in die verschworene Gemeinschaft der "Akte X"-Crew um Serienschöpfer Chris Carter und den Hauptdarstellern David Duchovny und Gillian Anderson (Kinostart: "Akte X - Jenseits der Wahrheit" ist am 24.07.). Im Interview spricht Xzibit über seine kritische Haltung zum HipHop-Geschäft, seine Faszination für Verschwörungstheorien und erklärt, warum er nicht an Hellseher glaubt.

teleschau: Wenn Sie wählen müssten: Würden Sie sich für Ihre Karriere als Musiker oder als Schauspieler entscheiden?

Xzibit: Mein Musikerdasein ist wie meine zweite Haut, Musik kann ich im Schlaf machen, wenn Sie so wollen. Für mich war die Musik immer das Wichtigste, meine Schauspielkarriere dagegen war nie ein Ziel, das ich verfolgte.

teleschau: Wie kam es also dazu?

Xzibit: Es passierte mir einfach. Ich glaube, dass meine Musikkarriere so etwas wie ein Katalysator ist für all das, was in meinem Beruf geschieht. Dass ich nun auch als Schauspieler arbeite, ist ja ein relativ junges Betätigungsfeld für mich. Die Schauspielerei ist eher eine zufällige Ergänzung. Die Produzenten in Hollywood sind wohl auf mich aufmerksam geworden, weil sie mich in der MTV-Show "Pimp My Ride" gesehen haben.

teleschau: ... in der alte Autos getunt werden.

Xzibit: Niemand hätte am Anfang davon ausgehen können, dass die Sendung ein solches popkulturelles Phänomen werden würde. Als ich gerade eine neue Platte plante, wurde ich angesprochen, eine 15-minütige Pilotsendung zu produzieren, um die Show MTV anzubieten. MTV kaufte 15 Staffeln. Plötzlich war ich im Fernsehen. Rückblickend muss ich sagen: Einem kann Schlimmeres passieren als so etwas. Wir haben eine Spur in der Popkultur hinterlassen.

teleschau: Man erzählt sich aber, dass Chris Carter, der Mann hinter "Akte X", Sie wegen Ihrer Musik für die Rolle des FBI-Agenten ausgewählt hat.

Xzibit: Ach, das ist völliger Quatsch. Er kennt zwar meine Musik, aber das war allenfalls ein Nebeneffekt, der eine Rolle spielte. So werden Legenden konstruiert: "Akte X und Xzibit: Das gehört zusammen!" Aber so ist es nicht abgelaufen.

teleschau: Wäre es Ihnen lieber, als Schauspieler mit Ihrem bürgerlichen Namen bekannt zu werden?

Xzibit: Wir haben uns bewusst dafür entschieden, im Abspann beides zu nennen: Meinen richtigen Namen Alvin Joiner und Xzibit, meine HipHop-Marke. Das erschien schon aus dem Grund notwendig, weil die Zielgruppe des Films, also Fans der Serie, nicht zwangsläufig auch mich und meine Musik kennen. Ich werde auch in Zukunft stärker darauf achten, dass diese beiden Welten enger zusammenrücken. Aber mich vollkommen von meinem Rapperimage zu entfernen, das möchte ich gar nicht.

teleschau: Sie spielen einen der Nachfolger von FBI-Agent Fox Mulder, der in übernatürlichen Kriminalfällen ermittelte. Ihre Rolle ist wie ein kompletter Gegenentwurf: ein mürrischer Beamter, der von solchen Mysterien nichts hält

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