Was wann wo einschalten? Ein Leitfaden durch das rekordverdächtige Olympia-Programm
(tsch) Am 8.8.2008 um 20.08 Uhr Ortszeit ist es soweit: Dann beginnen die Olympischen Spiele von Peking. Und so sehr in den letzten Wochen und Monaten über die politischen Missstände im Reich der Mitte, die durch den heiß laufenden Wirtschaftsmotor verursachten Umweltschäden, den kaum zu stillenden Energiehunger des Landes und den Tibet-Konflikt, der über allem wie ein dunkler Schatten liegt, diskutiert wurde, steht nun - hoffentlich! - der Sport im Mittelpunkt des Interesses. Und sofern die alles erdrückende Bürokratie in China den öffentlich-rechtlichen Sendern nicht einen Strich durch die Rechnung macht, übertragen alleine ARD und ZDF zwischen dem 9. und 24. August insgesamt über 300 Stunden aus Fernost. Die einzige Frage, die sich da noch stellt und die gar nicht so leicht zu beantwortet lässt: Was wann wo einschalten?
Für Eberhard Figgemeier, Programmchef des ZDF bei den Spielen, ist Peking schon jetzt das "größte Abenteuer" seiner langen Karriere - nicht nur, weil das Kompetenzgerangel der Behörden den Sendebetrie

b schwierig macht, sondern auch die meisten Medaillen wegen der Zeitverschiebung in den Nacht- und Morgenstunden vergeben werden. Der 61-jährige Journalist, der bereits zu seinen zehnten Sommerspielen reist, weiß, dass die Mehrheit der Zuschauer viele Live-Entscheidungen verpassen wird. Umso stärker müsse der Service-Gedanke im Vordergrund stehen. Der Zuschauer bekommt deshalb alle halbe Stunde eine Art Programm-Fahrplan in die Hand gedrückt und in der Primetime eine Zusammenfassung der Höhepunkte des Tages - zumindest beim ZDF. Die ARD belässt es bei den Live-Veranstaltungen, die in der Regel zwischen 02.00 Uhr morgens und 19.45 Uhr abends stattfinden.
Rund 12.000 Athletinnen und Athleten werden bei 302 Wettbewerben in 28 Sportarten an den Start gehen. Die

schiere Masse scheint erdrückend, weshalb ARD und ZDF auch ihre Digitalkanäle nutzen, um der Programmflut Herr zu werden und bei Parallelveranstaltung die Vollversorgung zu gewährleisten. Schauen kann all das ohnehin kaum einer, weshalb dieser Überblick - ohne Anspruch auf umfassende Gültigkeit - helfen soll, zumindest jene Events und Disziplinen nicht zu verpassen, in denen die deutschen Athleten gute Chancen auf Medaillen haben. Die sind laut Figgemeier nicht nur wichtig für die Quoten, sondern auch für den gesamten deutschen Kader. "Wenn die Erfolge früh einsetzen, wird die Mannschaft von einer Welle der Euphorie zu weiteren Höchstleistungen getragen."
Erster Pflichttermin ist natürlich die Eröffnungszeremonie am Freitag, 08.08., um 13.00 Uhr in der ARD

, wenn die Sportler aller Nationen ins Pekinger Nationalstadion einlaufen, das aufgrund seiner Form bereits den Spitznamen "Vogelnest" bekam. Bis in die Puppen feiern werden allerdings wohl nur die wenigsten - schon gar nicht Sonja Pfeilschifter. Die 37-jährige Sportsoldatin zählt zu den Favoriten in der Disziplin Luftgewehr 10 Meter, dessen Finale am Samstag, 9.8., ab 04.30 Uhr in der ARD ausgetragen wird.
Große Hoffnungen setzt man auch ins deutsche Damenschwimmteam. Am Sonntag, 10.8., könnte die Staffel um Antje Buschschulte und Britta Steffen beim 4x100-Meter-Freistil-Finale (05.00 Uhr, ZDF) erstes Edelmetall ergattern. Am 14. und 17.08. folgen schließlich noch die Wettkämpfe über 4x200 Meter (ab 04.00 Uhr, ZDF) und 4x100-Meter Lagen (ab 04.00 Uhr, ARD).
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