Süchtig nach Ruhm: MTV schickt Promis in die "Celebrity Rehab" (ab 1. August, freitags, 23.00 Uhr)

(tsch) Die Liste von Stars und Sternchen mit Suchtproblemen ist schier endlos. Selbst fleißige Yellow-Press-Leser behalten bei all den Klinikeinweisungen, Entzugsabbrüchen oder Trunkenheitsfahrten kaum noch den Überblick, welcher der einst so vielversprechenden Talente derzeit eigentlich mit von der Therapie ist. Der Ruhm muss wohl die Wurzel allen Übels sein. Suchtspezialist Dr. Drew Pinsky ist anderer Meinung: "Seelische Verletzungen, Sucht, Einsamkeit, Misshandlung - all das gehört nicht selten zur Geschichte von Menschen, die sich danach sehnen, berühmt zu werden. Sie erreichen den Status eines Promis schon mit diesem Krankheitsbild." Das Streben nach Bekanntheit scheinen manche selbst dann nicht aufzugeben, wenn sie bereits ganz unten angekommen sind. Neun von ihnen empfängt "Dr. Drew" nun in der "Celebrity Rehab" (ab 1. August, freitags, 23.00 Uhr, acht Folgen), der Fernseh-Entzugsklinik von MTV.

Hier bekommt das Wort "Drogenkarriere" eine ganz neue Bedeutung. Promis, die ihre besten Zeiten bereits hinter sich haben oder eigentlich noch nie welche hatten, machen sozusagen aus der Not eine Tugend und nutzen den "lästigen" Aufenthalt in der Rehab (Abkürzung von Rehabilitation) nebenbei noch für etwas "Sinnvolles": Sie halten ihr gezeichnetes Gesicht in die Kamera. Unter dem Motto: "Hauptsache, es wird überhaupt über mich berichtet" hoffen neben Skandalnudel Brigitte Nielsen - die sich ab 6. Juli auch noch bei RTL im OP generalüberholen lässt - und Schauspieler Daniel Baldwin sieben weitere Alkohol- und / oder Drogenabhängige auf Hilfe und Aufmerksamkeit.

A-Prominenz konnte für diesen öffentlichen Seelen-Striptease nicht gewonnen werden. Dem deutschen Publikum dürfte kaum einer der Patienten bekannt sein, deren Therapie bereits im Januar beim amerikanischen Sender VH1 zu sehen war. Ähnlich wie beim "Dschungelcamp" und anderen Veranstaltungen dieser Kategorie versammeln sich aber die üblichen Verdächtigen: ehemalige Porno-Darsteller, "American Idol"-Teilnehmer, Schauspieler, Sänger und Sportler.

Sie alle sollen mit der Hilfe von Dr. Drew, einem bekannten Fernseh- und Radio-Arzt, gemeinsam von ihren Suchtproblemen loskommen. Nicht nur der Entzug und die Gespräche werden mit den Kameras festgehalten, auch die oft sehr schmerzliche Vergangenheit der Teilnehmer wird thematisiert. Auf die meisten von ihnen wartet kein Wellness-Urlaub, sondern ein Höllentrip. Unterhaltung ist etwas anderes!

Was sollen also die zumeist jungen Zuschauer des Musiksenders von diesem bizarren Schauspiel halten? "Wir wollen den Leuten zeigen, wie so ein Entzug wirklich ist. Denn es ist kein Urlaub. Außerdem möchten wir auch die, die über eine Therapie nachdenken, dazu ermutigen", erklärt Dr. Drew. "Celebrity Rehab" ist demnach also so etwas wie eine achtteilige Anti-Drogen-Kampagne, die - und das überrascht - sogar ein bisschen spaßig ist. "Drogen-Abhängige sind lustig", sagt der Therapeut. "Aus den schmerzlichsten Momenten entsteht große Comedy. Durch Humor und Lachen können wir mit intensiven Erfahrungen besser umgehen."

Teilnehmer, die diese doch sehr persönlichen Krisen mit Zuschauern rund um den Globus durchleiden möchten und den Entzug dadurch zum Entertainment erheben, gehen den Machern offenbar nicht aus. Eine zweite Staffel ist bereits in Planung. Ab Oktober darf in den USA unter anderem mit Rods Sohn Sean Stewart gelacht, geheult und entzogen werden

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