"Slipstream - Im Schatten der Zeit" - Ein Hobbit auf Zeitsprung
(tsch) Man könnte meinen, die Teilnahme bei einem Ausnahmeprojekt wie der "Herr der Ringe"-Trilogie würde einem Schauspieler alle Türen in Hollywood öffnen. Offenbar falsch gedacht. Seit seiner Rolle als "fetter Hobbit" Sam in der Tolkien-Verfilmung sprangen für Sean Astin bislang nur wenige Kinoangebote heraus. Stattdessen dreht der 37-Jährige TV-Filme am Fließband - darunter den seichten Science-Fiction-Thriller "Slipstream" (2005), den vox nun in einer Free-TV-Premiere zeigt.
Astin spielt darin den wohlbeleibten Regierungswissenschaftler Stuart, der nahezu alle Klischees eines sozial isolierten Fachidioten erfüllt, es aber immerhin zu einer Zeitmaschine gebracht hat. Mit d

er kann er die Uhren um knapp zehn Minuten zurückdrehen. Ein sinnvoller Verwendungszweck mag dem Genie, dem die Forschungsmittel gekürzt wurden, jedoch nicht einfallen. Stattdessen nutzt er den Prototypen, um etwa die Anmache einer hübschen Bankangestellten zu üben. Dummerweise stürmt in diesem Moment eine Gruppe von Gaunern die Bank und erbeutet nicht nur reichlich Kohle, sondern auch den titelgebenden "Slipstream". Zum Glück ist eine resolute FBI-Agentin (Ivana Milicevic) nicht fern ...
Ein paar ansehnliche Zeitlupeneffekte und einen herrlich überzogenen Brit-Gangster, gespielt von Vinnie Jones ("Snatch"), hat der Film auf seiner Habenseite. Angesichts der teils haarsträubenden Dialoge, zahllosen Logiklöcher (eine üble Begleiterscheinung des Themas "Zeitreise") und einer seicht

en Geschichte, die sich nach 90 Minuten selbst obsolet macht, wünscht man sich jedoch einen ähnlichen Apparat, um die Entscheidung, "Slipstream" einzuschalten, irgendwie zu revidieren.
Ausstrahlung am 07.08.2008 um 22:05 Uhr auf vox
Autor: Gerd Hilber/teleschau - der mediendienst
Bilder:
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