"Von Schlankheitswahn bis Fitnessrausch" - Der Kampf mit dem eigenen Körper
(tsch) Der perfekte Körper: Wie sieht der eigentlich aus? Peter Paul Rubens hatte dazu seine ganz eigene Meinung. Doch auch wenn es der Barock-Maler noch üppiger mochte als seine Zeitgenossen. Zahlreiche Kunstwerke zeigen, dass über Jahrhunderte hinweg Frauenkörper als schön verehrt wurden, die nun als zu dick gelten würden. Heute bedeutet "perfekt" vor allem "schlank". "Sogar die Schaufensterpuppen haben zehn Zentimeter weniger Hüftumfang und fünf Zentimeter dünnere Oberschenkel als noch in den 20er-Jahren", heißt es auf einer Internetseite zum Thema "Esstörungen". "Spiegel TV Extra: Von Schlankheitswahn bis Fitnessrausch" (vox) zeigt Menschen, für die dieses Ideal vom perfekten Körper zur Sucht geworden ist.
Experten gehen davon aus, dass derzeit etwa 3,7 Millionen Frauen und Männer in Deutschland gefährliches Untergewicht haben. Rund 100.000 Menschen, insbesondere Frauen, leiden an Magersucht. Melissa is

t eine von ihnen. Als sie das erste Mal in eine Klinik eingeliefert wurde, wog sie nur noch 37 Kilo. Sie nahm zu, begann dann aber wieder zu hungern. Nun kämpft sie in einer Facheinrichtung gegen die Krankheit.
Die 18-jährige Nevena ist mittlerweile auf dem Weg der Besserung. Als Kind wog sie einst 85 Kilo und wurde in der Schule gehänselt. Der Leidensdruck war so stark, dass sie in 18 Monaten etwa ein Drittel ihres Gewichts verlor. Auch Nico kämpft mit den Kalorien. Allerdings verspeist der 26-Jährige regelmäßig XXL-Portionen. Rund 15.000 Kilokalorien nimmt er täglich zu sich. Das sind mehr, als ein Tour-de-France-Fahrer bei einer Bergetappe verbraucht.
Deniz will mit Sport zum perfekten Körper gelangen. Sicherlich die gesündere Alternative. Doch während bei vielen Menschen die Fitness eher zu kurz kommt, stößt der 27-jährige Student regelmäßig an seine körperlichen Grenzen. Bis zu vier Stunden am Tag trainiert der Mann, der sich selbst als sportsüchtig beschreibt. Ein fast schon typischer Fall: Während einige junge Frauen, die in die Pubertät kommen, ihre weiblichen Formen als Übergewicht empfinden, nehmen sich Jungen dagegen oft als zu schwächlich wahr. "Dementsprechend versuchen junge Männer eher, Muskeln aufzubauen, und junge Frauen, 'Kurven' loszuwerden", wird auf der Selbsthilfe-Seite Magersucht.de erklärt. Diese Selbstwahrnehmung werde bei Männern als "Adonis-Komplex" bezeichnet und habe ein ständiges zwanghaftes Streben nach dem Idealkörper zur Folge.
Ausstrahlung am 29.07.2008 um 23:20 Uhr auf vox
Autor: Ute Nardenbach/teleschau - der mediendienst
Bilder:
vox
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