"Ein Mann für eine Saison" - Workaholic trifft Sportaholic
(tsch) Wenn bei Männern die Gefühle Achterbahn fahren, steckt nicht immer eine Frau dahinter. Der englische Kultautor Nick Hornby schildert in seinem autobiografischen Roman "Fever Pitch", was seine große Liebe Fußball mit ihm anstellt. Esprit und Selbstironie zeichnen seine Nabelschau als Fan aus. Eigenschaften, die man den Farrelly-Brüdern ("Verückt nach Mary") nicht unbedingt nachsagen kann. Sie siedeln ihren Witz gerne weit unten an. Verständlich, dass Hornby-Verehrer der Verfilmung des Stoffs durch die Amerikaner skeptisch entgegensahen. Doch "Ein Mann für eine Saison" (2005) gelingt ein passabler Spagat zwischen den Analysen Hornbys und einer amüsanten Komödie. RTL zeigt den Film, der hierzulande nur 7.500 Zuschauer ins Kino zog, als Free-TV-Premiere im Sonntagnachmittags-Programm.
Hollywood-Darling Drew Barrymore spielt die Geschäftsfrau Lindsey Meeks, die aufgrund ihres guten Aussehens und beruflichen Erfolgs viele Männer einschüchtert. Der Lehrer Ben Wrightman (Jimmy Fallon, "Saturday Night Live"),

der mit seinen Schülern zu einem Informationsbesuch in ihrem Büro auftaucht, ist jedoch sofort hingerissen. Und auch Lindsey ist von dem lustigen und sensiblen Kerl begeistert. Warum so einer nicht längst wie alle anderen guten Männer vergeben ist? Diese Frage stellt sich Lindseys Freundin. Die Antwort wartet bei ihm zu Hause.
Bens Inneneinrichtung und Deko stammt aus dem Fanshop der Boston Red Sox. Sein Lieblingsverein begleitet ihn bis ins Bad, doch den Hintern wischt er sich mit Toilettenpapier, auf dem das Logo der verhassten New York Yankees prangt. Was Lindsey am Anfang noch für eine liebenswerte Marotte hält, entpuppt sich als Obsession. Im Stadion verwandelt sich ihr Traummann in einen grölenden, aufgedrehten und peinlichen Typen. Das kann nicht funktionieren.
Die

Farrellys nehmen in "Ein Mann für eine Saison" ihre Figuren ernst, und so ist es dem Zuschauer auch nicht gleichgültig, ob diese Liebe eine Verlängerung erhält. Ben gibt zwar die Lachnummer, dennoch will man seine Passion verstehen. Er erklärt, dass es ihn erfüllt, Teil von etwas zu sein, das größer ist als er selbst. Hier hört man Hornby heraus, dem es zu verdanken ist, dass Sportbegeisterung von der Machoebene geholt wird. Da kann man auch den einen oder anderen Farrelly-typischen Gag verzeihen.
Sonnenschein Drew Barrymore dürfte derzeit nicht so gut aufgelegt sein. Ihre Beziehung mit Justin Long ("Stirb langsam 4.0") ging unlängst - nach etwas mehr als einer Saison - in die Brüche. Gemeinsam werden beide aber noch in einem Kinofilm zu sehen sein, dessen Titel nicht gerade aufmunternd klingt. Das Paar lernte sich am Set von "Er steht einfach nicht auf Dich" (Start: 11.12.) kennen.
Ausstrahlung am 17.08.2008 um 13:45 Uhr auf RTL
Autor: Franziska Kramer/teleschau - der mediendienst
Bilder:
RTL
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