Hape Kerkeling: "Zweifel gehören dazu"

(tsch) Als einer der mächtigsten und erfahrensten Komiker im deutschen Fernsehen hat Hape Kerkeling Generationen von nichts ahnenden Menschen hereingelegt. Er schlüpfte in Rollen, die so skurril, so abwegig und doch immer auch alltäglich waren, dass selbst seine professionellsten Kollegen ihn nicht erkannten. Hape Kerkeling ist stolz - und vorsichtig. Sein Erfolg als Schriftsteller ("Ich bin dann mal weg") hat ihn auch bei jenen Bevölkerungsgruppen bekannt gemacht, die er über seine Comedy-Formate früher im öffentlich-rechtlichen, nun im privaten Fernsehprogramm nie erreicht hätte. Der 43-Jährige ist berühmt und geachtet, umso mehr hat er offenbar auch zu verlieren. Sein offensichtliches Misstrauen gegenüber Journalisten verpackt er mit sympathischem Witz und pointierten Antworten. Allzu oft aber stößt die Wissbegier des Interviewers an Grenzen, die so nicht zu ahnen waren. Kerkeling sagt unverhohlen, wenn ihm eine Frage nicht passt. Obwohl er sich zurzeit eine unbefristete Auszeit genommen hat, erklärte er sich bereit, über seinen neuen Film zu sprechen: den Trickfilm "Kung Fu Panda" (Kinostart: 03.07.), in dem er die Titelfigur synchronisierte.

teleschau: Eigentlich befinden Sie sich ja zurzeit in einer Kreativpause. Was hat Sie bewogen, doch ein Interview zu geben?

Hape Kerkeling: Wenn man das Angebot bekommt, die Hauptrolle in einer so wunderbaren Animationskomödie zu sprechen, wäre man mit einem Klammerbeutel gepudert, wenn man das nicht täte. Insofern habe ich meine Pause gern für fünf Tage unterbrochen, um Interviews zu geben. Aber eigentlich hat der Film ja keine Werbung nötig, der spricht für sich.

teleschau: Haben Sie einen Bezug zu Panda-Bären?

Kerkeling: Ich bin ein leidenschaftlicher Zoobesucher. Es gibt neben dem Koala, dem Panda und vielleicht noch dem Braunbären wenige Tiere, die so sympathisch sind, weil sie das Kindchenschema bedienen. Schauen Sie sich doch einmal einen Panda-Bären an: Da sagt doch jeder, wie süß der ist - und dann noch diese großen Kulleraugen!

teleschau: Der Panda ist ein Genusswesen - Sie auch?

Kerkeling: Ich ernähre mich nahezu asketisch. Manchmal ein Möhrchen, hier und da ein Wässerchen und Kartöffelchen mit Quark.

teleschau: Zeit für ein Kochbuch ...

Kerkeling: Wenn ich eine Anleitung zum Fettwerden schreiben sollte, dann glaube ich, würde ich das hinkriegen. Im Ernst: Natürlich bin ich ein Genussmensch, das sehen Sie doch!

teleschau: Welches Tier sind Sie denn nach dem chinesischen Horoskop?

Kerkeling: Raten Sie mal - aber wehe, sie sagen Ratte!

teleschau: Hase?

Kerkeling: Ach wie lustig: Sehe ich aus wie ein Hase? Habe ich Hasenzähne, habe ich einen Puschelschwanz?

teleschau: Schlange?

Kerkeling: Eigentlich haben wir uns doch bis eben noch ganz gut verstanden, oder? Das ändert sich jetzt aber schlagartig. Was sind Sie denn: Büffel?

teleschau: Drache?

Kerkeling: Jetzt haben Sie's, weil sie mich ganz neutral bewertet und den Drachen in mir erkannt haben! Aber ganz ehrlich: Ich möchte gar kein Tier sein. Ich bin froh, so wie ich bin.

teleschau: Wie nahe ist Ihnen die chinesische Kultur?

Kerkeling: Ich bin nicht wirklich des Chinesischen mächtig und erst recht kein Sinologe. Aber ich habe durch den Film einen interessanten Blick auf China und seine Traditionen bekommen. Ich hatte auch sofort einen Bezug zur Botschaft des Films, an sich selbst zu glauben. Als ich das erste Screening gesehen habe, war ich sehr überrascht: Ich habe natürlich erwartet, dass es durchweg ein komischer Film, eine klassische Animationskomödie sein wird. Das ist es zwar auch, aber gut ein Drittel des Films geht auch richtig ans Eingemachte und das, wie ich finde, sowohl in der Animation als auch in den Texten auf sehr subtile und schöne Art und Weise

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