Garantiert Gefühlsecht: Fady Maalouf macht "DSDS"-Gewinner Thomas Godoj mit Single und Album Konkurrenz
(tsch) Die Rolle des ewig Zweitplatzierten ließ sich Fady Maalouf erst gar nicht aufdrängen. Obwohl sein Kontrahent, "DSDS"-Gewinner Thomas Godoj, immer als klarer Favorit galt, glänzte der Halblibanese mit souveränen Auftritten und einnehmender Bescheidenheit. Nicht gerade fair war auch Dieter Bohlens Kommentar im Finale: "Finde dich schon mal damit ab, dass du heute Abend als Sieger hier hervorgehst", sagte der Juror zu Godoj und wertete Fady damit zum bloßen Statisten ab. Selbst das konnte den Wahlhamburger nicht aus der Fassung bringen. Godoj gewann schließlich mit 62,20 Prozent der Stimmen - längst kein so haushoher Sieg wie im Vorjahresfinale, als Mark Medlock (78,02 Prozent) über seinen Kontrahenten Martin Stosch triumphierte. Fadys zahlreichen Fans sei Dank. So wundert es nicht, dass nun auch der Zweitplatzierte am 4. Juli seine erste Single "Blessed" veröffentlicht und endgültig aus dem Schatten von Thomas Godoj heraustritt.
"Ich bin stolz, dass ich so viele Herzen erreicht habe. Für diese Chance möchte ich mich bei allen bedanken. Ich kann das nur durch meine Musik zurückgeben." Im Interview gibt sich Fady nicht weniger

demütig und dankbar als in den "DSDS"-Einspielern in den Mottoshows. Ja, dieser Typ ist wirklich so wie im Fernsehen - watteweicher französischer Akzent inklusive. Da der Libanon einst eine Kolonie Frankreichs war, ist Französisch übrigens die Muttersprache des 29-Jährigen, der zudem viele Jahre in Bordeaux wohnte.
Fadys Familie stammt aus der Nähe von Beirut, doch wegen der unruhigen politischen Lage hielt es der studierte Modedesigner nie lange dort aus. Nachdem er für Modelabel wie Elie Saab und Abi Nader gearbeitet hatte, zog es ihn vor anderthalb Jahren nach Deutschland, in die weltoffene Hansestadt. Dort schien aber niemand auf einen jungen libanesischen Atelier-Assistenten gewartet zu haben. Der Neuling musste sich zunächst mit Kellnerjob

s über Wasser halten, jobbte unter anderem als Barista bei einer Kaffeekette. Bis durch "DSDS" ein neues Kapitel seines Lebens begann.
"Ich wollte schon immer ein Sänger sein, hatte aber Bedenken, an einer Castingshow teilzunehmen. Ich wusste nicht, ob das der richtige Weg ist. Die Jury hätte ja auch sagen können: 'Du bist so schlecht, geh nach Hause!' Es ist schwer, jemanden in einer halben Minute von sich zu überzeugen." Tatsächlich musste Fady von Bohlen und Co. in der ersten Zeit einige Kritik einstecken. Seine Stimme klinge nach Operngesang, er interpretiere die Titel zu altmodisch, hieß es. Diese Meinung änderte die Jury jedoch ziemlich schnell.
Mit seinen gefühlsseligen Balladen ersang sich der sensible Musikus eine Fanbase, die ih

n bald zu ihrem persönlichen Schnulzengott ernannte. Ein Typus, dem der rehäugige, jungenhafte Fady nur allzu gut entspricht. "Meine Vorbilder sind Céline Dion und Lara Fabian. Bei den Männern George Michael, Elton John und Freddy Mercury - der hatte so eine geile Stimme." Auch das überrascht wenig. Im Gegensatz zum eher stillen Thomas Godoj ging Sensibelchen Fady in den "DSDS"-Shows sehr offen mit seinen Gefühlen um. Beim Warten auf die Entscheidung im Finale beispielsweise rann dem dunkelhaarigen Sänger eine kleine Träne die Wange hinunter. Ein rührender Moment. "Diese Träne ist inzwischen eine Legende im Internet. Ich war einfach von dem berührt, was Marco (Anm. d. Red.: Moderator Marco Schreyl) über mich sagte. Während dieser Sekunden hatte ich einen Flashback auf die Ereignisse der letzten zwei Monate
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