"Dungeons & Dragons I + II" - Nicht zu retten

(tsch) "Doom", "Silent Hill", "Hitman" und "Resident Evil" gab's schon, "Prince of Persia", "Max Payne" und viele weitere Verfilmungen von Computerspielen werden in den nächsten Monaten und Jahren folgen. Man könnte Courtney Solomon, Regisseur der vox-Wiederholung "Dungeons & Dragons", deshalb zweifelsohne als Trendsetter bezeichnen, wäre sein Debüt aus dem Jahr 2000 nicht ein Folterwerkzeug aus dem übelsten Filmkerker. Schlimmer noch: Jemand hielt das Ganze auch noch für fortsetzungswürdig ...

Leider kein Witz: Trotz eines Budgets von rund 40 Millionen US-Dollar wirkt "Dungeons & Dragons" über weite Strecken wie eine verloren geglaubte "Xena"-Episode. Soll heißen: Billige Kulissen, grelle Kostüme und maue Spezial-Effekte aus dem Computer sollen - vielleicht sogar absichtlich - über die sensationell dämliche Geschichte vom bösen Zauberer (tief gesunken: Jeremy Irons) und unfreiwilligen Weltenrettern (Justin Whalin, Marlon Wayans) hinwegtäuschen.

Interessant an dem schrill-bunten Budenzauber ist allenfalls das Finale, in dem sich Horden feindlicher Drachen einen erbitterten Luftkampf liefern - doch bis dahin halten nur eingefleischte Rollenspieler und Fans der zahllosen "Dungeons & Dragons"-Computergames ihren Helden die Treue. Der Rest schaltet spätestens bei der zweiten Werbeunterbrechung um - und verpasst damit die Free-TV-Premiere des zweiten Teils, der 2005 für den DVD-Markt produziert wurde. Darin wird das Königreich Izmer abermals vom Unheil bedroht. Der bereits aus dem Vorgänger bekannte Handlanger Damodar (Bruce Payne) kehrt als untoter Magier wieder und beschwört einen schwarzen Drachen, mit dessen Hilfe er Rache üben will. Ein tapferes Heldenhäuflein unter der Führung des Kriegers Berek (Mark Dymond) stellt sich dem Bösen jedoch in den Weg.

Platte Dialoge, oberflächliche Charaktere, eine vorhersehbare Handlung, durchwachsene Computereffekte - die Low-Budget-Produktion "Dungeons & Dragons 2" steht seinem wesentlich teureren Hollywood-Vorgänger in nichts nach. Immerhin - und das dürfte zumindest die Rollenspiel-Nerds freuen - orientierten sich die Macher mehr an der Pen&Paper-Vorlage.
Ausstrahlung am 21.08.2008 um 20:15 Uhr auf vox Autor: Gerd Hilber/teleschau - der mediendienst
Bilder: vox / Buena Vista vox / Universum

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