Zudem übernehmen wir auch Situationen aus meinem Alltag. Doch Geschwister wie in der Serie habe ich zum Beispiel nicht.

teleschau: Besteht nicht die Gefahr, auf das Image dieser überzeichneten Figur reduziert zu werden?

Pastewka: Ich würde mich freuen, damit gleichgesetzt zu werden. Mein ganzes Leben lang kann ich Anfragen aus dem Boulevard-Blätterwald nach Homestorys dankend ablehnen und auf meine Serie verweisen. Mein Privatleben können dort alle sehen.

teleschau: Versuchen Sie, sich von Charakteren wie zum Beispiel Brisko Schneider mittlerweile zu distanzieren?

Pastewka: Nein. Selbst wenn ich es probieren würde, könnte es mir kaum gelingen. Ich habe nie eine Imagekorrektur vorgenommen. Aber ich verlange meinen Fans auch ab, sich hin und wieder umzugewöhnen. Mal konfrontiere ich sie mit einer Edgar-Wallace-Parodie, dann mit einer Reise-Serie und dann wieder mit Sketchen ohne Worte. Da bleiben mir sicherlich nicht alle treu, aber hin und wieder kommen Neue hinzu.

teleschau: Verfallen Sie im Alltag ab und an in eine Rolle?

Pastewka: Das passiert mir nur mit Ottmar Zittlau, dem Trainingsanzugträger. Diese Figur braucht nur eine Millisekunde, um in mir zu erwachen, da sie den Querschnitt aller Taxifahrer aus meiner Heimatstadt Bonn darstellt - und dort lebte ich 30 Jahre lang. Diese rheinische "Mir ist alles egal"-Haltung habe ich auch im wirklichen Leben verinnerlicht.

teleschau: Mit dieser Einstellung eine Fernsehkarriere wie die Ihre aufzubauen, scheint eher unwahrscheinlich ...

Pastewka: Bei mir hat sich das umgekehrt. Der Rheinländer folgt diesem Leitspruch 360 Tage im Jahr und legt die Dauerstagnation nur an Karneval ab. Ich dagegen habe durch meinen Job die ganze Zeit Karneval und gönne mir dann eben zur fünften Jahreszeit diese Haltung.

teleschau: Sie schmissen ihr Pädagogik-Studium recht zügig. Wussten Sie schon immer, was Sie machen wollen?

Pastewka: Ich bin durchaus ein zielstrebiger Mensch. Ich spürte damals, dass ich auf der Bühne stehen wollte, um mich an Comedy-Abenden auszuprobieren. Diesem Impuls bin ich dermaßen überbordend nachgegangen, dass sich alles andere dahinter verstecken musste. Wäre ich nicht ein solcher Bauchmensch, vielleicht würde ich jetzt als unglücklicher Lehrer auf Elternabenden und Abschlussfesten den Kasper machen.

teleschau: Ihre Freundin ist die Managerin Ihres Comedy-Kollegen Martin Schneider. Ein Leben zwischen zwei Comedians muss anstrengend sein

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