Bastian Pastewka: "Wir sollten demütig bleiben"

(tsch) Hinter Witzfiguren wie Ottmar Zittlau oder Brisko Schneider versteckt sich Bastian Pastewka schon lange nicht mehr. Seit 2005 spielt der ehemalige "Wochenshow"-Star in "Pastewka" sich selbst. Sat.1 strahlt ab 2. November jeden Freitag um 21.15 Uhr die mittlerweile dritte Staffel der Comedy-Serie aus, "die irgendwo zwischen 'Familie Dr. Kleist' und den 'Flodders' angesiedelt ist". Doch auch wenn das Projekt seinen Namen trägt, besteht der 35-Jährige darauf, dass es sich dabei nicht um eine One-Man-Show handelt. "So etwas funktioniert nur im Team". Eine wichtige Eigenschaft, um die Zusammenarbeit mit Kollegen zu erleichtern, besitzt der in Bonn aufgewachsene Komiker allemal: Pünktlichkeit gehört zu seinen Tugenden.

teleschau: Herr Pastewka, im Vorfeld eines Interviews werden Sie schon mal als äußerst zuverlässig und organisiert angepriesen. Das klingt, als ob Sie ein Kontrollfreak wären ...

Bastian Pastewka: Ein bisschen stimmt das schon. Ich nehme meine Termine ernst und bin immer pünktlich. Andererseits habe ich keine Ahnung, wie ein BlackBerry oder die Memo-Funktion meines Handys funktioniert. Ich besitze einen alten Terminkalender mit Zetteln zum Umblättern. Merkfäden sind ganz wichtig, und Aufkleber in verschiedenen Farben machen mir deutlich, welche Prioritätsstufen eine Angelegenheit haben kann.

teleschau: Sie kokettieren gerne mit dem Image des Spießers. Was zeichnet einen Spießer aus?

Pastewka: Ich verstehe unter einem Spießer keinesfalls einen Dauernörgler. Denn ich bin überhaupt nicht unzufrieden, weder mit Deutschland im Allgemeinen, noch mit dem Staat im Besonderen. Ich mache mir deutlich weniger Sorgen als andere Menschen. Mir liegt es mehr, ein einfaches Leben ohne viel Aufwand zu führen. Ich muss nicht aus jedem Tag etwas Besonderes machen und mir bis nachts um drei in einer Szenebar in Berlin erzählen lassen, welche Vernissage besonders toll ist. Wir sollten demütig bleiben und nicht ständig nach Höherem streben. Das ist meine Maxime. Wer mich deswegen spießig nennt, darf das ruhig machen.

teleschau: In "Pastewka" verschwinden Sie nicht hinter einer Rolle, sondern spielen sich selbst. Was musste geschehen, damit dieses Projekt möglich wurde?

Pastewka: Eine Umkehr in diese Richtung fand in den Jahren 2001 bis 2003 statt. Nach meinem Ausstieg bei der "Wochenshow" ließ ich alle wissen, dass ich kein Nachfolgeprojekt präsentieren kann und möchte. Mich forderte diese Sendung damals so extrem, sodass ich eine Pause brauchte. In dieser Zeit stellte ich fest, dass die Suche nach neuen Figuren nicht ewig weitergehen sollte. Ich begriff, dass für Zuschauer die Person hinter den Rollen noch viel spannender ist. Doch das war ein Prozess. Ich stieg mit 22 Jahren in dieses Geschäft ein. In dieser Phase hat man noch keine Persönlichkeit, noch nichts, worauf zurückgeblickt werden kann.

teleschau: Hatten Sie bei "Pastewka" das Gefühl, sich vor dem Publikum zu entblößen?

Pastewka: Kein einziges Mal. Obwohl in "Pastewka" eine angenommene Figur vorgestellt wird, die sich zu 80 Prozent mit dem wahren Pastewka deckt. Mein Augenaufschlag und meine Versuche, aus windigen Situationen mit einem flotten Spruch herauszukommen, entsprechen durchaus der Realität

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