Thomas Godoj: Die unendliche Lässigkeit des Seins

(tsch) Die Bühne ist stockdunkel. Im blauen Scheinwerferlicht sind nur die Umrisse des Sängers zu erkennen, der nach seiner energiegeladenen Performance in kraftvoller Pose verharrt. Die Halle tobt. Ein waschechter Rockstar - würde man meinen. Doch zu jenem Zeitpunkt war Thomas Godoj noch ein weitgehend Unbekannter. In der Top-15-Show von "Deutschland sucht den Superstar" trat er mit "Chasing Cars" von Snow Patrol auf und avancierte zum Topfavoriten. Jetzt veröffentlicht der "DSDS"-Gewinner sein Debütalbum mit dem Titel "Plan A!" - ein Seitenhieb auf sein Motto ("Für mich gibt es keinen Plan B"), das in den Shows Kultstatus erreicht hat. Im Interview gibt sich der lässige Rocker gut gelaunt und locker - doch eine Plaudertasche ist er nicht gerade. Dieser Mann sagt eben nur das Nötigste.

Vor "DSDS" war der gelernte technische Zeichner arbeitslos. Sein Bauingenieursstudium brach der gebürtige Pole ab, um als Musiker seine Brötchen zu verdienen. Der 30-Jährige war kein Frischling, als er zum Casting erschien, sondern hatte bereits mehrere Auftritte hinter sich. Der große Erfolg blieb jedoch aus, und so entschloss sich Thomas Godoj zur Teilnahme bei Deutschlands erfolgreichster Castingshow.

Ein lässiger Rocksänger in der auf Hochglanz polierten Starfabrik von Dieter Bohlen - ist das nicht zu uncool? Ganz im Gegenteil, meint der frischgebackene Superstar: "Meine Freunde fanden es super, dass ich so etwas angehe, mich so etwas traue. Sie haben mich immer unterstützt und waren bei jeder Show dabei. Es waren seit jeher dieselben Leute, die hinter mir standen. Das ist bis heute noch so."

Im ersten Casting ließ Jurymitglied Dieter Bohlen gleich einen seiner berühmten Sprüche ab. "Du siehst aus, als wäre dir der Sargdeckel schon dreimal auf den Kopf gefallen", sagte der Erfolgsproduzent zu Thomas Godoj. Der nahm es gelassen. "Ich wäre am liebsten nach vorne gegangen und hätte gesagt: 'Ja, du hast Recht.' Ich habe schon vorher Musik gemacht und dabei auch negative Erfahrungen gesammelt. Da ich sehr viel Zeit in diesen Weg investiert hatte, traf es mich jedesmal wie ein Schlag, wenn etwas doch nicht geklappt hat."

Der Traum vom Superstartitel wurde dann doch Wirklichkeit, und die Debütsingle "Love Is You" landete gleich in der ersten Woche auf Platz eins der deutschen Charts. Diesmal hatte Dieter Bohlen weder als Songwriter noch als Produzent seine Finger im Spiel. Im Finale äußerte er sogar seine Enttäuschung, weil er die Rockballade zu soft für Godoj fand. Auch das konnte den Sänger nicht einschüchtern. "Ich verstehe nicht, warum die letzte Entscheidung immer bei Dieter Bohlen liegt. Die anderen fanden es toll - das wird nicht erwähnt. Andererseits hat er mir durch diese Aussage ein gewisses Tor geöffnet. Ich weiß, ich kann jetzt auch härtere Gitarren anspielen."

Der Beweis dafür wird am 4. Juli in die Plattenläden geliefert. Unter den 13 Titeln auf dem Debütalbum befinden sich neben englischen Rocknummern auch einige deutsche Songs, an denen der Newcomer mitgeschrieben hat. Eine hohe Chartplatzierung dürfte "Plan A!" sicher sein. Doch ein Sieg bei "DSDS" alleine ist noch keine dauerhafte Erfolgsgarantie, bedenkt man das Schicksal der Gewinner früherer Staffeln. Thomas Godoj sieht die Herausforderung ganz entspannt. "Klar kann es schnell wieder vorbei sein, aber das habe ich auch während der Sendung gedacht

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