"Star Trek X: Nemesis" - Under Construction

(tsch) Am vorläufigen Ende der "Star Trek"-Reihe steht der Anfang. Der elfte Kinotrip in die unendlichen Weiten - Start Anfang Mai 2009 - ist gleichzeitig eine Rückkehr zu den Wurzeln. Die jungen Jahre von Kirk, Spock und Co. stehen im Mittelpunkt des von "Lost"-Erfinder J.J. Abrams inszenierten Prequels - und natürlich die jungen Schauspieler, die in die übergroßen Fußstapfen ihrer Vorbilder treten müssen. Newcomer Chris Pine spielt Kirk, "Heroes"-Star Zachary Quinto seinen vulkanischen Kumpel Spock. Und Karl Urban ("Doom") darf als "Pille" McCoy bestimmt Sätze sagen wie: "Jim, ich bin Medizinstudent, kein ..." Bis es allerdings so weit ist, müssen sich geneigte Trekker wohl mit Wiederholungen der alten Streifen begnügen. kabel zeigt nun den bislang letzten Teil der Kino-Reihe, "Nemesis" (2002), mit dem sich Captain Picard fulminant verabschiedete.

Grundthema von "Nemesis" ist die Konfrontation der Crew mit ebenbürtigen Pendants. Im Falle von Captain Picard (Patrick Stewart) ist es ein böser Klon seines eigenen Ichs, im Falle von Data ein weiterer Android, der einst Datas Prototyp war. John Logas Drehbuch hangelt sich an dieser starken Grundidee entlang und umrahmt sie mit einer Vielzahl spektakulärer Actionsequenzen. Eine Autoverfolgungsjagd in der Wüste stellt dabei die Ausnahme dar, denn sie ist eine der wenigen Szenen, die "Star Trek X" auf einen Planeten führen. Im Wesentlichen spielt sich die Handlung diesmal im All ab.

Konsequent vorangetrieben wurde erneut die Devise, Picard und seine Crew müssten heiter, ja gar lustig sein. Gesungen wird auch diesmal wieder - Data (Brent Spiner) gibt seine Fähigkeiten aus Anlass der Hochzeit von Officer William T. Riker (Jonathan Frakes) und Deanna Troi (Marina Sirtis) zum Besten. Nun ja.

Es ist diese Eheschließung, die das Raumschiff "Enterprise" in ein neues Abenteuer führt. Die Crew ist unterwegs zu Trois Heimatplaneten Betazed, um dort einer weiteren Zeremonie beizuwohnen, als man zunächst auf Kolarus III die Überbleibsel von Datas Prototypen findet. Später dann wird Picard über politische Unruhen bei den Romulanern informiert. Ihr neuer Anführer, der Praetor, sei an einem Friedensabkommen mit der Föderation interessiert. Natürlich ist er das nicht, was der Betrachter längst weiß, wurde er doch zu Beginn Zeuge einer gruseligen Szene, in der der romulanische Umsturz geschah.

Der Praetor ist kein Romulaner, wie Picard erkennen muss, sondern ein jüngerer Klon seines eigenen Ichs. Dieser "Mensch" namens Shinzon (Tom Hardy) gehört tatsächlich zu den gefährlichsten und dabei glaubwürdigsten Kontrahenten, die der "Enterprise"-Besatzung in den vergangenen 40 Jahren die Stirn boten.

Ganz ohne Tragik, das war klar, konnte dieses Abenteuer nicht zu Ende gehen. Einem intelligenten Kunstgriff des Autors ist es zu verdanken, dass sich die Trauer dennoch in Grenzen hält. Und so gingen sie dahin, jeder seiner Wege, und nahmen Abschied vom Publikum.
Ausstrahlung am 20.08.2008 um 20:15 Uhr auf kabel eins Autor: Nick Petersen/teleschau - der mediendienst
Bilder: kabel eins / Paramount Pictures

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