"National Security" - Dämlicher als die Polizei erlaubt

(tsch) "National Security" (2003) ist einer dieser Filme, die es eigentlich nicht geben kann. Verwendet wurde ein uraltes Rezept, von dem sich die Produzenten wohl immer noch Erfolg versprechen. Zwei Typen, die sich gegenseitig rein gar nichts abgewinnen können, aber doch gezwungenermaßen zusammenarbeiten müssen, lösen einen gefährlichen Fall, reden dabei mehr wirres Zeug als die Turmbauer zu Babel und werden am Ende des Streifens dicke Buddys. Einer der beiden ist ein Klischee-Schwarzer (Martin Lawrence), der andere ein desillusionierter Weißer (Steve Zahn). So weit die Grundzüge, der Rest ist nur noch harmlose Variation eines belanglosen Themas, das ProSieben nun erneut wiederholt.

Martin Lawrence spielt Earl Montgomery - ein überhebliches Großmaul, das sich als Schwarzer ständig diskriminiert fühlt. Er will gern Cop werden, fliegt aber aufgrund seiner Unfähigkeit in hohem Bogen aus der L.A. Police Academy. Wieder ein normaler Bürger ohne uniformiert-gesteigertes Selbstwertgefühl, beschuldigt er den weißen Streifenpolizisten Hank Rafferty (Steve Zahn) eines rassistischen Übergriffes auf ihn. Rafferty, der vor kurzem seinen Partner in einem Einsatz verloren hat, wandert in den Knast und heuert nach seiner Strafe bei einer zweitklassigen Sicherheitsfirma an.

Dort trifft er - welch' Überraschung - seinen nervtötenden Widersacher Montgomery wieder. Doch der Zufall ist weiter fleißig und schickt Ex-Cop und Möchtegern-Cop zusammen in die Schlacht gegen den Schmugglerring, der auch Hank Raffertys Partner auf dem Gewissen hat.

80 Minuten lang ist der eine, Earl, nun cool-as-cool-can, fühlt sich ständig wegen seiner Hautfarbe beleidigt, läuft schwanzgesteuert durch die Gegend und schöpft aus seinem grenzenlosen Repertoire dummer Sprüche. Der andere, Hank, schaut derweil reichlich belämmert drein, ist genervt und stolpert linkisch durch die Szene. Bis beide den Fall lösen, der andere den einen rettet und sich alle wieder lieb haben. Schluss.

Was in den 80er-Jahren (mit Eddie Murphy) durchaus noch funktioniert hat, ist mittlerweile zu einer wahren Tortur geworden. Zumal die Actionszenen allenfalls durch müde Einstellungen auffallen: eine kleine Verfolgungsjagd hier, eine zerschossene Lagerhalle dort und zwischendrin eine leicht bekleidete Frau. Harmloser und peinlicher geht's wirklich nicht. Steve Zahns nächste Komödie kann also nur niveauvoller werden. Für "Management" (US-Start: 19.09.) stand der 40-Jährige mit Jennifer Aniston und Woody Harrelson vor der Kamera.
Ausstrahlung am 15.08.2008 um 20:15 Uhr auf ProSieben Autor: Claas Nielsen/teleschau - der mediendienst
Bilder: ProSieben / Sony Pictures Television

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