Jonny Lee Miller: Nicht nur Angie-Ex und M-Enkel

(tsch) Er sieht unglaublich bieder aus, dieser Anwalt "Eli Stone" (ab 06.08., mittwochs, 20.15 Uhr, ProSieben). In seinem perfekt sitzenden Designeranzug und mit der ebenso akkuraten Frisur wirkt Schauspieler Jonny Lee Miller, als hätte er sein ganzes Leben lang nichts anderes gemacht, als brav zu studieren und Akten zu wälzen. Aber weit gefehlt. Der 35-jährige Engländer ist ein besonders tiefes stilles Wasser. Auch wenn man hierzulande wenig mit seinem Namen anfangen kann, so stand er schon in großen Lettern auf Angelina Jolies Bluse - in ihrem Blut geschrieben. Es war an ihrem Hochzeitstag.

Mehr als zehn Jahre liegt die "small black wedding", wie Angelina das Event liebevoll nannte, nun schon zurück. Jung waren sie damals beide, gehalten hat die Ehe - wie sich jeder zusammenreimen kann - nicht. Jonny Lee Miller erinnert sich dennoch gerne zurück: "Für eine Weile war es eine sehr intensive, leidenschaftliche Beziehung. Man bereut nicht, dass man ein Teil davon war. Ich würde nichts daran ändern wollen. Nun ja - außer vielleicht meine Frisur!"

Sinn für Humor bewies Miller unlängst auch in einer amerikanischen Talkshow. Eigentlich wollte er über seine verrückte und urkomische neue US-Anwaltsserie "Eli Stone" sprechen, in der er als Titelfigur ständig von Pop-Ikone George Michael halluziniert, doch die Moderatorinnen kramten natürlich wieder die Eheschließung von 1996 aus. "Mein vollständiger Name ist eigentlich: Jonny Lee Miller Angelina Jolies Ex-Mann", konterte er verschmitzt. Den Wink verstand man und blendete der Vollständigkeit halber noch kurz Millers aktuelle Verlobte, Schauspielerin Michele Hicks ("The Shield"), ein, bevor man zu einem weiteren bedeutenden Thema in seinem Leben überleitete: James Bond.

Der in South West London geborene Schauspieler zählt nicht nur zu der offenbar schier endlosen Menge an Darstellern, die irgendwann mal als Pierce-Brosnan-Nachfolger gehandelt wurden, dann aber doch gegen Daniel Craig den Kürzeren zogen. Nein, es ist gar nicht mal so unwahrscheinlich, dass James Bond, damals noch Sean Connery, einst selbst Hand an Jonnys Wiege gelegt hat. Denn: Sein Großvater Bernard Lee (1908 - 1981) war lange Zeit der Chef von 007. Der Grandpa mütterlicherseits spielte von 1962 bis 1979 insgesamt elf Mal die Rolle des Geheimdienst-Leiters M.

Auch Vater Alan war Bühnenschauspieler. Klar, dass Jonny mit 17 Jahren die Schule schmiss, um die Familientradition fortzuführen. Der erste Hit ließ allerdings noch ein paar Jahre auf sich warten. Nachdem er am Set von "Hackers" (1995) seine baldige An- und Ex-Getraute Angie kennengelernt hatte, folgte 1996 der Durchbruch: Als (James Bond liebender) "Sick Boy" in der Drogen-Verherrlichung "Trainspotting" spielte er den durchgeknallten Junkie so überzeugend, dass sich einige Zeit sogar das Gerücht hielt, Jonny hätte wirklich ein Suchtproblem.

Bislang gelang es Miller, der "am liebsten auf der Bühne" spielt, nicht, den Erfolg der bitteren Groteske von Danny Boyle zu toppen. Doch auch das sieht der eher scheue Star, der viel zu erzählen hätte, sich aber gerne bedeckt hält, gelassen: "Vielleicht erreicht man nicht die Schwindel erregende Höhen wie andere Schauspieler, aber man bekommt doch etwas zurück

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