Jason Lee: Der Mann hinter der Rotzbremse
(tsch) Als Jason Lee noch ein Neuling im Showbusiness war, drehte er einen Film mit "Friends"-Star David Schwimmer. "Ross, hey, Ross", riefen die Fans seinem Kollegen zu - überall. Szenen, die sich Lee ins Gedächtnis brannten. "Ich hatte große Bedenken, in einer Serie zu spielen", erinnert er sich. "Es ist so schwer, aus dem Schatten deines Fernsehcharakters herauszutreten." 2005 übernahm der Schauspieler, der zehn Jahre lang hauptsächlich in Filmen agiert hatte, dennoch die Hauptrolle in einer Sitcom. Und "My Name Is Earl" (freitags, 23.30 Uhr, RTL) eroberte die Herzen der Amerikaner im Sturm. Jetzt ist Jason für alle nur noch Earl: ein kaputter Kleinganove mit Magnum-Gedächtnis-Rotzbremse, der alles daran setzt, mit guten Taten sein mieses Karma aufzupolieren. Doch wer ist eigentlich der Mann hinter der markanten Gesichtsbehaarung?
Anders als Earl ist Jason Lee jedenfalls kein White-Trash und auch kein Verlierertyp. Dennoch haben die beiden viel gemeinsam. Auch Lee, den "Almost Famous"-Regisseur Cameron Crowe einmal als "poster

boy for casual ambition" (etwa: Inbegriff für gelassenen Ehrgeiz) bezeichnete, wirkt stets lässig, cool und unangestrengt - irgendwie gegen den Strich gebürstet. "Ich liebe alles, was seltsam und nicht geradlinig ist", sagt Lee. Und so verschwindet der 38-jährige Kalifornier regelrecht in seiner Rolle des Earl, für die er unter anderem zwei "Golden Globe"-Nominierungen einheimste.
Einen bedeutenden Preis erhielt Jason Lee bereits am Anfang seiner Filmkarriere: Bezeichnenderweise wurde der freie Geist mit dem "Independent Spirit Award" für seine Leistung in "Chasing Amy" (1997) ausgezeichnet. Es war nach "Mallrats" (1995), seiner ersten größeren Rolle, bereits die zweite Zusammenarbeit mit Indie-Star-Regisseur Kevin Smith, für den Lee später unter anderem auch in "Dogma" (1999) oder "Jay und Silen

t Bob schlagen zurück" (2001) spielen sollte.
Eine Schauspielschule hat Lee selbstverständlich nicht besucht. Viel zu kompliziert! Er war einfach neugierig auf den Beruf, die Mutter seiner damaligen Freundin war Managerin, und er versuchte sein Glück. "Viele Leute hätten wahrscheinlich gesagt: 'So, jetzt nimmst du erst einmal Unterricht, und dann sehen wir weiter!' Aber dann hätte ich bestimmt das Interesse verloren", erklärt er ehrlich.
Jason Lee ist eben ein Mann der Tat. Mit 16 Jahren schmiss er die Schule, um - und jetzt wird's extrem cool - Profi-Skateboarder zu werden. Auch das gelang: Noch heute ist er in der Szene für seine "360 flips" bekannt. Einst bekam er sogar seinen eigenen Schuh von Airwalk - was wohl eine große Ehre ist. Sieben Jahre verdiente er auf dem Brett sein Geld, bi

s er schließlich mit Mitte 20 relativ plötzlich den Beruf wechselte und Schauspieler wurde. Vielleicht auch wegen des geringeren Unfallrisikos: "Wie ein Idiot skatete ich mit gebrochenem Handgelenk, fiel hin und brach mir noch das andere. Drei Monate lang konnte ich mir nur noch mit Daumen und kleinem Finger die Zähne putzen."
Seinem halsbrecherischen Hobby darf Lee während der Dreharbeiten zu "Earl" nicht mehr nachgehen. Macht aber nichts, denn Sportler und Künstler Jason hat viele Talente. Der Star aus Filmen wie "Almost Famous" (2000) oder "Vanilla Sky" (2001) ist auch ein begabter Musiker und Fotograf. Und obwohl er nicht skaten darf, seinen Serien-Schnurrbart am liebsten abrasieren würde und nicht mehr über die Straße gehen kann, "ohne dass jemand 'Hey, Earl' ruft", ist er seinem Serien-Alter-Ego dennoch dankbar: "Jetzt habe ich endlich eine richtige Arbeit
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