Filmkost süß-sauer: Eastern im ZDF

(tsch) China-Wochen beim ZDF: Bereits im Vorfeld der Olympischen Spiele in Beijing zeigte das Zweite eine rekordverdächtige Anzahl von Dokus, Reportagen und Beiträgen über das Reich der Mitte. Nun legen die Mainzer filmisch nach: Die Free-TV-Premiere des Martial-Arts-Epos "Die sieben Schwerter" (2005) bildet den Auftakt zu einer kleinen Reihe von Eastern, die dem Zuschauer bis Ende August das Nachtprogramm versüßsauern soll ...

Spätestens seit Ang Lee mit "Tiger & Dragon" (2000) vier Oscars einheimste, erfreut sich das sogenannte "Wuxia"-Genre auch außerhalb von Asien großer Beliebtheit. "Die sieben Schwerter" (Sa., 02.08., 00.05 Uhr) steht ganz in der Tradition des gefeierten Meisterwerks: Das Heldenmärchen ist historienverhaftet, bildgewaltig und mit seiner verschwenderischen Ausstattung vollends dem Monumentalen verpflichtet. Regisseur Tsui Hark ("A Chinese Ghost Story", "Once Upon a Time in China") adaptierte die Idee des Klassikers "Die sieben Samurai" und lässt eine Gruppe von Schwertmeistern (unter anderem "Hero"-Darsteller Donnie Yen) gegen einen tyrannischen General ins Feld ziehen, der ein Martial-Arts-Verbot im Land durchsetzen will.

Die einfache Geschichte über Edelmut, Liebe, Hass und Rache, die Hark jedoch mit Hilfe von Rückblenden und Visionen so verworren wie möglich zu erzählen versucht, fordert vom Zuschauer jede Menge Sitzfleisch und eine gewisse Resistenz gegen chinesisches Pathos. Seine ansprechende Ästhetik mit weitläufigen Panorama-Aufnahmen und mystisch zelebriertem Schwertkampfballett macht das Epos aber auch zu später Stunde optisch sehr reizvoll.

Kampftauglichkeit und Kondition sind auch in Benny Chans ("New Police Story") hochglänzendem Actionspektakel "Hongkong Crime Scene" (2005, Mi., 20.08., 00.45 Uhr) gefragt - wenngleich hier die Schwerter durch Pistolen ersetzt werden. In dem futuristisch bebilderten Cop-Thriller, den das ZDF als Free-TV-Premiere zeigt, knallt es so oft, dass die Platzpatronenindustrie der ehemaligen britischen Kronkolonie sicher gejubelt hat. Aber neben der explosiven Action versucht sich Chan auch an einer recht ambitionierten Story um Liebe, Verrat und Wahnsinn.

An dem Tag, als seine Frau spurlos verschwindet, verfällt Hongkongs große Polizeihoffnung Suen (Aaron Kwok) in Depressionen. Einige Jahre später spielt ihm das Schicksal erneut übel mit. Nachdem ein Kronzeuge, den Suen bewachen sollte, erschossen wird, ermittelt der Cop auf eigene Faust. Bei seinen Nachforschungen macht er eine Entdeckung, die ihn völlig verwirrt. Im Umfeld des mutmaßlichen Gangsters trifft er seine Frau wieder - zumindest sieht Fong (Angelica Lee) genauso aus. Mit Verständnisproblemen wird auch der Zuschauer zu kämpfen haben. Dem großartig fotografierten Film fehlt die Logik, um die vielen Handlungsstränge und Personen miteinander zu verbinden.

Asiatische Filmemacher sind nicht nur für ihre perfekt choreografierten Kampfeinlagen berühmt, sondern auch Meister des subtilen Grauens, wie "The Eye - Mit den Augen einer Toten" (2002, Sa., 16.08., 23.30 Uhr)

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