"Ballistic" - Schall und Rauch
(tsch) Einem Kerl, der sich Kaos nennt, sollte man keine 70 Millionen Dollar in die Hand drücken - schon gar nicht, wenn es sich dabei um einen verkappten Pyromanen handelt. Tut man's doch, kommt ein Movie wie "Ballistic" (2001) heraus, das in einer ebenso sinnesbetäubenden wie planlosen Abfolge Actionszene an Actionszene reiht und trotz namhafter Schauspieler gnadenlos an den Kinokassen floppte. ProSieben wiederholt nun das 82-minütige Inferno.
Kaos heißt eigentlich Wych Kaosayananda, ist in Südostasien eine große Nummer und bekennender John-Woo-Fan. Dass derlei Offenheit gar nicht nötig gewesen wäre, merkt der Zuschauer bereits nach wenigen

Minuten. Gut, weiße Tauben fliegen zwar nicht in Zeitlupe durchs Bild, dafür aber alles andere: Menschen, Kugeln, Güterwagons ...
Im Mittelpunkt der kruden Action-Mär stehen der ehemalige FBI-Agent Ecks (Antonio Banderas), der die Zeit nach dem vermeintlichen Tod seiner Frau scheinbar mit Kettenrauchen, Trinken und Spaziergängen im Regen verbracht hat, sowie die Ex-NSA-Killerin Sever (Lucy Alexis Liu). Beide sind sich anfangs spinnefeind und wollen sich gegenseitig ans Leder, merken aber durch zig Zufälle, dass sie eigentlich denselben Feind haben. Die übrige Geschichte geht im Lärm unzähliger Maschinengewehrsalven, "Matrix"-ähnlicher Martial-Arts-Keilereien und gewaltiger Explosionen unter, bei denen auch die letzten Fetzen Logik und Kreativität verglühen.
Lausige 15 Millionen Dollar spie

lte "Ballistic" an den US-Kinokassen ein, in Deutschland wurde die Effekthascherei gleich auf den DVD- und Videomarkt geworfen. Sicherlich ein Grund, warum Kaos' Hollywood-Debüt gleichzeitig auch sein Abschiedsfilm war.
Ausstrahlung am 08.08.2008 um 00:45 Uhr auf ProSieben
Autor: Gerd Hilber/teleschau - der mediendienst
Bilder:
ProSieben / Warner Bros. / Alan Markfield
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