"The Time Machine" - Das Schicksal ist stärker

(tsch) Wenn H. G. Wells wie der Held seines Buches "Die Zeitmaschine" in die Zukunft hätte reisen können, hätte er eine interessante Entdeckung gemacht: Sein Ur-Enkel Simon Wells präsentierte im Jahr 2002 mit "The Time Machine" bereits das dritte Update des Science-Fiction-Klassikers im Kino. Ob dem Opa allerdings gefallen hätte, was der werte Nachkomme aus seinem Meisterwerk gemacht hat? RTL II zeigt das Special-Effects-geladene, temporeiche und nunmehr unkritische Remake nun zum wiederholten Male.

Wer "Star Trek", "12 Monkeys" oder "Zurück in die Zukunft" kennt, weiß: Der Bau einer Zeitmaschine ist gar nicht so schwer. Richtig mit ihr umzugehen dagegen schon. Der Mathematiker Alexander Hartdegen (Guy Pearce, "Memento") lebt im viktorianischen Zeitalter in New York und versucht zu beweisen, dass ein Mensch in ein anderes Jahrhundert reisen kann.

Stärker als der Erfindergeist treibt ihn jedoch die Liebe an: Seine Verlobte Emma (Sienna Guillory, "Eragon") wurde bei einem Überfall im Central Park ermordet. Deshalb will Alexander das Rad der Geschichte zurückdrehen, muss jedoch schon bei seiner ersten Reise feststellen, dass ihm das nicht gelingen kann. Das Schicksal ist stärker, Emma stirbt erneut. Hartdegen will wissen, warum er die Vergangenheit nicht verändern kann, und sucht deshalb in der Zukunft nach Antworten.

Gut 800.000 Jahre später, der Mond ist der Menschheit mittlerweile buchstäblich auf den Kopf gefallen, gerät er schließlich zwischen die Fronten. Unter der Erde hausen jetzt die Morlocks, vor denen selbst die Orks aus dem "Herr der Ringe" kuschen würden. Auf der Oberfläche tummeln sich dagegen die lammfrommen Elois, die ein prima Mittagessen abgeben.

Mit aufwendigem Design und schmucken Kostümen erweckt Simon Wells das viktorianische Zeitalter zum Leben, mit spektakulären Spezialeffekten, viel Humor ("Wenn du das noch einmal machst, verändere ich deine DNS") und namhaften Nebendarstellern (Orlando Jones, Jeremy Irons) gestaltet er die nicht allzu rosige Zukunft der Menschheit. Der Lohn der Mühe: eine Oscar-Nominierung für das beste Make-up und ein Einspielergebnis von knapp 60 Millionen Dollar an den US-Kassen. Hierzulande lockte der Film immerhin über 500.000 Besucher ins Kino.
Ausstrahlung am 20.04.2008 um 20:15 Uhr auf RTL II Autor: Bernd Fetsch/teleschau - der mediendienst
Bilder: RTL II

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