"Spider-Man" - Bald spinnt er wieder

Duldet "Thor" Götter neben sich? Wahrscheinlich nur ungern. Gut also, dass man Zuschauer-Magnet "Spider-Man" zwei Wochen vorher von der Leine lässt. Wenn "Thor" ab 19. Mai 2011 durch die Kinosäle donnert, dürfte der Spinnenmann in seinem nunmehr vierten Abenteuer schon ein paar Zuschauer eingefangen haben. Die Dreharbeiten zu "Spider-Man 4" (Kinostart: 05.05.2011) mit Tobey Maguire, Kirsten Dunst und Regisseur Sam Raimi sollen im März 2010 starten. Freunde des Luftakrobaten müssen sich also noch gedulden. ProSieben verkürzt nun die Wartezeit mit dem Original aus dem Jahr 2002. Am 15.11. folgt zur Primetime Teil zwei (2004).

An der Umsetzung der "Spider-Man"-Comics mit realen Schauspielern auf der großen Leinwand scheiden sich die Geister, wie so oft bei der Ausschlachtung von erfolgreichen Trends. Doch das großartige Kassenergebnis ließ selbst die schärfsten Kritiker verstummen.

Teils theatralisch, teils erfrischend ironisch fliegt Hollywoods Milchgesicht Tobey Maguire alias Peter Parker als Spinnenmensch an organischen Fäden durch Häuserschluchten und direkt in das Herz von Mary Jane Watson (Kirsten Dunst). Vorbei sind die Zeiten, als Peter ein unauffälliger, durchschnittlicher Junge war, der von allen gehänselt wurde. Bei einem Laborbesuch beißt ihn eine genmanipulierte Spinne - und schon wachsen ihm über Nacht Muskeln, seine neu gewonnene Sehkraft überwältigt die Brillenschlange, und schließlich schießen ihm auch daumendicke Spinnenfäden aus dem Handgelenk.

Das ist alles nicht eklig, sondern mit Witz und Spielfreude umgesetzt, wenn auch nicht unbedingt logisch nachvollziehbar. Neben vielen Gefühlen gibt es im Film auch allerhand handfeste Action: Der grüne Kobold (Willem Dafoe), namentlich der betuchte "Jeckyl & Hyde"-Vater von Peters bestem Freund, könnte fieser nicht sein und verliert sich in Mordlust und Zerstörungswut.

Es geht um den elementaren Kampf zwischen Gut und Böse. Während Spider-Man an jedem Ort, bei jedem Verbrechen im bemitleidenswerten Moloch New York zur Stelle ist, hat er es nun weniger mit kleinen Gaunern, sondern mit dem technisch hervorragend ausgestatteten Kobold zu tun. Der verwandelt sich mal in den unbescholtenen Wissenschaftsindustriellen Norman Osborn, der sich als persönlicher Förderer des begabten Peter Parker sieht, und schnurstracks wieder in den mit Feuer und Laser ballernden Schurken. Der Showdown ist vorprogrammiert.
Ausstrahlung am 14.11.2009 um 20:15 Uhr auf ProSieben

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Autor: Bernd Fetsch/teleschau - der mediendienst
Bilder: ProSieben / 2003 Sony Pictures Television International

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