"Shooter" - Ein Hoch auf die Selbstjustiz

Ein Mann, ein Gewehr: Mehr braucht es nicht, um Gerechtigkeit walten zu lassen. Regisseur Antoine Fuqua, ohnehin bekannt für wenig zimperliche Filme wie "Training Day", "King Arthur" und "Tränen der Sonne", macht aus der klaren Aussage seines Feuerwerks "Shooter" (2007) keinen Hehl und stilisiert den Helden seiner Geschichte zum einsamen Wolf, der auch Gefühle zeigen kann. Gerade einmal 230.000 Kinozuschauer wollten Mark Wahlberg hierzulande in dieser Rolle sehen. Nun schlägt er sich bei ProSieben durch die Free-TV-Premiere.

Wahlberg schlüpft in die Haut eines Kämpfers für Wahrheit und Aufrichtigkeit. Als der vom Militär im Stich gelassene Mustersoldat Bob, der seinen Freund an ein Terrorregime in Afrika verlor, lebt er zurückgezogen in der Abgeschiedenheit der Berge und verlässt sich nur noch auf die Loyalität seines Hundes. Eines Tages bekommt er aber hohen Besuch von einem Oberst (alt geworden: Danny Glover), der ihn um Hilfe bei der Verhinderung eines Attentates auf den Präsidenten bittet, das angeblich in den kommenden zwei Wochen geschehen soll.

Nach kurzer Überlegungszeit überwindet Bob, der Patriot, seine Aversionen gegen seinen früheren Arbeitgeber und beginnt mit Recherchen, wo und wann der unbekannte Schütze zuschlagen könnte - nicht wissend, dass er mitten in eine Verschwörung tappt und selbst zum Täter gestempelt werden soll. Auf der Flucht findet er schließlich zu seinem alten Selbst zurück und räumt mit all jenen in den höchsten Rängen des Militärs und der Politik auf, die Amerika zu einem weniger lebenswerten Ort auf der Erde machen.

Das klingt nach einem einfachen, ja karikaturesken Rechtsverständnis. Ist es auch, bis zum furiosen Schluss. Aber ein milderes Finale hätte die Zuschauer nicht interessiert, das zumindest belegten die Testvorführungen. Die rund ums Zielfernrohr inszenierte Handlung bietet dabei eine Perspektive, die einem basisdemokratischen Verständnis von Gerechtigkeit nahe kommt. Das durchdachte, unterm Strich aber doch beherzte Auflehnen des einfachen Mannes gegen die schier übermächtige Administration ist ein Ideal, das in Wirklichkeit vielleicht problematisch sein mag, doch in Filmform unmittelbare Befriedigung liefert.

In seinem aktuellen Filmprojekt kommt Mark Wahlberg ohne Waffen aus, dafür lässt er im Boxerdrama "The Fighter" die Fäuste sprechen. Seinen Bruder verkörpert Christian Bale, der sich für die Rolle eines Junkies mal wieder etliche Kilo abhungerte. Ein Kinostart steht noch nicht fest. Ab 21.01.2010 ist Wahlberg zunächst in Peter Jacksons Fantasy-Drama "In meinem Himmel" auf der großen Leinwand zu sehen.
Ausstrahlung am 15.11.2009 um 23:00 Uhr auf ProSieben

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Autor: Bernd Fetsch/teleschau - der mediendienst
Bilder: ProSieben / Paramount Pictures

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