Pretty Putze: "Eine wie keine"? - Die neue Sat.1-Daily (ab 16.11., werktags, 18.00 Uhr) ist auf jeden Fall nicht schlecht
"Colour Your Life!" - So lautet das neue Motto des Bällchensenders, und SAT.1 scheint es damit ernst zu meinen. Farben, nichts als Farben - mehr nimmt man zunächst nicht wahr beim Anblick der neuen Daily der Münchner. "Eine wie keine" (ab 16.11., werktags, 18.00 Uhr) ist bunt, so grell wie das Frühstücksfernsehen des Senders, aber dank der etwas fortgeschritteneren Stunde dürfte das bei der Soap gar nicht mal so nervtötend sein. Ein passender Rahmen eigentlich für Lichtgestalt und Max-Ophüls-Preisträgerin Marie Zielcke (30), die dem Ganzen als chaotisch-buntes und gleichzeitig lieblich-anmutiges Aschenputtel Glanz verleiht. Sollte "Eine wie keine" nun keinen Fehlstart hinlegen wie einst "Anna und die Liebe" (werktags, 18.30 Uhr), es dürfte hauptsächlich an ihr liegen, aber nicht nur ...
Das war schon ein großes Drama, als im Sommer 2008 "Anna und die Liebe" an den Start ging, aber niemand Anna liebte. SAT.1 bewies jedoch einen langen Atem und zeigte sich als treuer Weggefährte - in g

uten wie in schlechten Zeiten. Sogar das komplette Vorabendprogramm wurde Anna alias Jeanette Biedermann zuliebe umstrukturiert. Auf dem Sendeplatz um 18.30 Uhr läuft es nun gut für die Telenovela. Gut genug offenbar für SAT.1, um sich eine weitere zuzutrauen. Und aus ihren Fehlern haben die Programmplaner gelernt: "Eine wie keine" schickt man nun erst gar nicht gegen die RTL-Konkurrenz von "Alles was zählt" (19.05 Uhr) ins Rennen, sondern will mit der 18.00-Uhr-Ausstrahlung lieber die "Verbotene Liebe" in der ARD ärgern.
Und das könnte Marie Zielcke durchaus schaffen. Die preisgekrönte Schauspielerin, die auch gerne mal in Arthouse-Filmen besetzt wird, wundert sich selbst manchmal noch, dass sie für diese Rolle zugesagt hat: "War das die verrückteste oder die geilste Entschei

dung meines Lebens?"
Ihre Figur - eine liebreizende, aber chaotische alleinerziehende Mutter ohne festen Job, die das Sorgerecht für ihren Sohn (Alexander Türk) an ihren doofen Ex (Christian Kahrmann) verliert - findet sie jedenfalls "toll". "Es steckt so viel Liebe zum Detail drin. Das ist keine schnelle Nummer." Zur Vorbereitung habe sie immer wieder "Erin Brockovich" und "Pretty Woman" gesehen. Man merkt's: Ein bisschen etwas hat Zielcke, die schließlich als Manu Berlett in einem Nobelhotel als Zimmermädchen anheuert, von der schönen Bordsteinschwalbe, die Roberts einst zu großem Star-Ruhm verhalf. Auch sie ist bezaubernd - schon mal die halbe Miete!
"Pretty Woman" war ein Märchen, und genau das ist "Eine wie keine" auch, vielleicht ein bisschen mehr als andere Soaps

und Telenovelas. Und wenn auch der Zuschauer das Format als Märchen akzeptiert, dann wird es funktionieren. Äußerst konsequent wurden hier die traditionellen inhaltlichen Elemente einer Telenovela zu einer Story zusammengefügt, die so simpel wie fesselnd ist und irgendwie Spaß macht. Da gibt es zum einen das Aschenputtel-Motiv: Armes Zimmermädchen verliebt sich in Prinz Charming - in diesem Falle in den Hoteldirektor Mark Braun (Arne Stephan). Dann wäre da noch der sozialkritische Realitätsbezug: Alleinerziehende Mutter versucht, sich und ihren Sohn durchzubringen, und kriegt dabei von der Gesellschaft und ihrem Ex Steine in den Weg gelegt.
Arm und Reich sind außerdem in diesem äußerlich so quietschbunten Schwarz-Weiß-Gemälde ebenso leicht auseinanderzuhalten wie Gut und Böse
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