Marie Zielcke: Die Julia Roberts der Daily Soap
Vom Mann verlassen, mittellos, das Sorgerecht fürs Kind weg - darauf gibt's eine Kampfansage. Marie Zielcke, sonst auch gerne mal in Arthouse-Filmen als zartes Wesen besetzt, wird nun knallbunt, impulsiv und laut: Sie spielt Manu Berlett, Putzhilfe im Nobelhotel und Heldin der neuen SAT.1-Daily "Eine wie keine" (Mo., 16.11., 18.00 Uhr). Die 30-Jährige, der es privat erklärtermaßen schon peinlich ist, vor einer Tischrunde laut beim Kellner zu bestellen, macht jetzt mal was ganz anderes (zum Vergleich: am Di., 17.11., 20.15 Uhr, wiederholt SAT.1 das Drama "Noch einmal lieben", in dem Marie Zielcke eine junge krebskranke Frau spielt). Während Popstar Jeanette Biedermann bei SAT.1 die schüchterne "Anna und die Liebe" gibt, spielt die zurückhaltende Marie Zielcke nun eine Art resolute Erin Brockovich in Berlin. Wie erklärt die Lebensgefährtin von Christoph Maria Herbst ("Stromberg") und Mutter einer Tochter, die über ihr Privatleben nicht gerne spricht, diesen Wandel? Ebenfalls ziemlich selbstbewusst.
teleschau: Wer hat am lustigsten auf die Nachricht reagiert, dass Sie Star einer neuen SAT.1-Daily werden?
Marie Zielcke: Ich glaube, ich selbst. Wenn ich so durch die Straßen lief, es mir plöt

zlich wieder einfiel und ich dachte: Huch, krass! Warum habe ich das noch mal zugesagt? Geht das alles wirklich? War das die verrückteste oder die geilste Entscheidung meines Lebens?
teleschau: Dann erzählen Sie doch mal, bitte: Wie kam's?
Marie Zielcke: Irgendwann kam ein Anruf, ob ich mir vorstellen könnte, zu diesem Casting zu gehen. Ich fing an nachzudenken ... eher lange.
teleschau: Wie lange?
Marie Zielcke: Gefühlte Wochen. Aber ich sagte mir: Ich kann ja mal gucken. Ich war neugierig, ob ich schon beim Casting merken würde, dass das ein komplett anderes Format ist, und wollte wissen, wie sich das anfühlt.
teleschau: Und?
Marie Zielcke: So eine Rolle wollte ich eigentlich schon immer mal wahnsinnig gerne spielen! Beim Casting war ich dann so b

egeistert ... vom Regisseur und der Art und Weise, wie's geschrieben war. Ich dachte direkt: Ach du meine Güte, es gefällt mir auch noch! Ich habe mich auch in die Art zu arbeiten verliebt - dieses schnelle Abrufen von Text und Gefühl und Wachheit. Das liegt mir.
teleschau: Was ging Ihnen während der langen Denkphase im Vorfeld durch den Kopf?
Marie Zielcke: Ich habe 15 Jahre lang Filme gemacht - teils Arthouse-Filme, zum Beispiel mit Oskar Roehler ... Was denkt die Branche über mich, wenn ich Daily Soap mache? Aber ich kam irgendwann zu dem Schluss: Wenn man etwas hundertprozentig vertreten kann, kann einem niemand etwas anhaben. Wenn man sich versteckt und sagt: "Naja, ich find's ja selber blöde und mache das nur, weil ...", dann hat man ein Problem. Aber ich finde die Figur

der Manu so toll, und es steckt viel Liebe zum Detail drin. Das ist keine schnelle Nummer. Deswegen bin ich stolz auf das, was ich mache.
teleschau: Die Umstellung von der anspruchsvollen Tochter eines Regisseurs und einer Schauspielerin, von der Max-Ophüls-Preisträgerin zum Daily-Soap-Star war also einfacher als gedacht?
Marie Zielcke: Es wird ja trotzdem von mir verlangt, dass ich gut spiele. Ich muss nur schneller und offener sein. Ich fühle mich viel freier, kann improvisieren. Es gibt viele Möglichkeiten, ich sehe die Einschränkungen nicht wirklich.
teleschau: Hatten Sie Vorbehalte gegenüber dem Format?
Marie Zielcke: Früher sah ich auch "Verbotene Liebe" und "GZSZ" und kann durchaus verstehen, warum die Zuschauer das mögen
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