Es gibt Komplimente, über die freut man sich. Und andere, denen man ein wenig länger nachhorchen muss, um dann doch geschmeichelt zu lächeln. Ina Müller muss sich viel anhören. Unlängst wurde sie ange

priesen als eine Frau, mit der man nicht nur Pferde, sondern auch ein Nilpferd aus dem Zoo stehlen kann. Ein echtes Kompliment? Nun ja. Auf ihre Visitenkarten kann sich die gebürtige Köhlenerin aus dem Kreis Cuxhaven jetzt auch einen neuen Ehrentitel pinseln lassen, der nicht wenige Nicht-Eingeweihte stutzig machen dürfte: Seit Ende September darf sie sich offizielle "Goldene Henne" nennen. So merkwürdig heißt jedenfalls der Medienpreis, der ihr im MDR verliehen wurde - und sie mit immerhin 44 Jahren offiziell zur "Aufsteigerin des Jahres" macht.
Etwas hellhöriger dürfte Ina Müller, die in der Hamburger Kneipe "Zum Schellfischposten" ihre NDR-Talkshow "Inas Nacht" aufzeichnen lässt, beim Lob ihres obersten Dienstherrn geworden sein. ARD-Programmdirektor Volker Herres zählte unlängst die Hof

fnungsträger für das Erste auf und ließ neben dem von Tom Bartels auch den Namen von Ina Müller fallen. "Mit Ina Müller, die vom NDR kommt, sind wir doch schon auf einem ganz guten Weg", sagt er im Interview. "Aber ich glaube, wir müssen das noch stärker nutzen - ich schaue jedenfalls sehr genau hin bei den Dritten."
Von der Heinz-Erhardt-Gala im Ersten, die sie moderierte, war der mächtige Programmchef dem Vernehmen nach nicht ganz so begeistert, dennoch hat er mit der quirligen Norddeutschen noch viel vor. Den NDR nutzte die platinblonde Entertainerin zuletzt tatsächlich als Experimentierfeld und machte neben "Inas Nacht" auch mit Sendungen wie der Kuppelshow "Land und Liebe" oder "Stadt, Land, Ina!" von sich reden. Ihre Late-Night-Show wird jetzt offiziell geadelt: Ab Montag, 23. Novemb

er, laufen die sechs neuen Folgen von "Inas Nacht" im Ersten, Gäste sind Yvonne Catterfeld und Jürgen Drews. Die zweite Folge am Donnerstag, 19.11., wird immerhin bereits um 23.30 Uhr gezeigt.
Sollte Ina Müller also wirklich groß rauskommen, muss sie sich erst einmal ein wenig umstellen. "Ich habe keine Ahnung, wie der A-Status ist, weil ich den noch nicht hatte", sagte sie früher. "Der B-Status ist wunderbar. Du kannst alles machen, was Du willst. Ich kann unbeobachtet durch die Stadt laufen, ich kann mit einem Mann knutschen, ohne dass das am nächsten Tag in der Zeitung steht." Möglicherweise sind diese unbeschwerten Tage schon bald vorbei. "Immer darauf achten, was man tut, das wäre nichts für mich", klagte sie - fügte aber kokett an: "Und wenn man dann mal nicht gleich erkannt wird, wird einem wahrscheinlich übel
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