"Dreamgirls" - Das Gift in der Musik
"Dreamgirls" (2006) erzählt von der Karriere eines stimmstarken Frauentrios, das bei einem Nachwuchswettbewerb entdeckt und von einem Autohändler zu Pop-Ehren und Starruhm gebracht wird. Das erinnert nicht nur zufällig an die Schaffensgeschichte der "Supremes", einer Soulformation, die in den 60er- und 70er-Jahren mit ihrer Musik weltbekannt wurde. Während Diana Ross bis heute das bekannteste Gruppenmitglied ist, versank die ehemalige Leadsängerin Florence Ballard nach ihrem Ausstieg in Alkoholismus und Depressionen. Sie starb im Alter von nur 32 Jahren an Herzstillstand. In "Dreamgirls" wandelten Beyoncé Knowles und Jennifer Hudson auf den Spuren der Sängerinnen. kabel eins zeigt das für acht Oscars nominierte Drama-Musical, das zwei der begehrten Statuen abräumte, nun als Free-TV-Premiere.
Wo die Wirklichkeit sich unbarmherzig zeigte, ist der Film hoffnungsfroher, aber ohne verherrlichend zu sein. Regisseur Bill Condon legt viel Wert auf zeitgeschichtliche Authentizität, indem er zumind

est schlaglichtartig auf die Rassenunruhen in den USA der 60er-Jahre eingeht. Erzählt wird nicht nur die Geschichte eines durchstartenden Poptrios, im Film "The Dreams" genannt, sondern auch die der legendären Plattenfirma Motown Records, die eine signifikante Rolle bei der Integration afroamerikanischer Musiker und Sänger in der Zeit der US-amerikanischen Rassenkonflikte spielte.
Man sollte sich allerdings davor hüten, die "Dreams" mit den "Supremes" gleichzusetzen, schließlich gibt es reichlich kreative Variationen und dramatische Zuspitzungen. So betonte Hauptdarstellerin Beyoncé Knowles, dass ihre Rolle der Deena Jones aus verschiedenen Charakteren zusammengefügt wurde und nicht eins zu eins auf Diana Ross zutrifft.
Blick- und Hörfang im Film ist nicht nur der schöne Musik-Superstar, sonde

rn auch Jennifer Hudson, die mittlerweile 28-jährige Finalistin der Casting-Show "American Idol" (das US-Pendant zu "DSDS"). Dort verlor sie zwar gegen Fantasia Barrino, doch bekam sie die Rolle der Effie White. Die vollschlanke und stimmgewaltige Leadsängerin der "Dreams" wird aus kommerziellen und persönlichen Gründen ausgebootet, um sich dann nach Durchschreiten eines Jammertals zu einer Solokarriere aufzuraffen. Für ihre emotional beeindruckende Schauspiel- und Singleistung erhielt Hudson sowohl den Golden Globe als auch den Oscar.
In einer weiteren Nebenrolle glänzt Eddie Murphy, der sich als selbstgefälliges Showgenie und tragischer Frauenheld abschuftet wie noch nie in seiner Karriere - und dabei angenehmerweise nicht auf Lacher setzt. Als Belohnung für diese Glanzleistung gab es einen Golden Globe sowie eine Oscar-Nominierung. Jamie Foxx als Autoverkäufer, der zum snobistischen Produzenten wird, kann sein Talent hingegen nicht annähernd entfalten.
Ausstrahlung am 18.11.2009 um 20:15 Uhr auf kabel eins
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Autor: Franziska Kramer/teleschau - der mediendienst
Bilder:
kabel eins / Paramount International Television
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