teleschau: In Ihrer Dokumentation "Eco Crimes" berichten Sie von der Jagd auf global agierende Öko-Gangster. Warum nun die vergleichbar beschauliche Idee, sich mit umweltschützenden Kirchenaktivisten

in Deutschland zu beschäftigen?
Heinz Greuling: Ich glaube, beides, das Globale und das Lokale, sind zwei Seiten einer Medaille. Man sagt das oft so leichtfertig - aber beide Dokumentationen zeigen gerade, wie beides ineinander verschlungen ist. Im Film "Kreuzzug für das Klima" sind Umweltschützer in einem Kirchenkreis in Jülich konfrontiert mit Kohlekraftwerken, die nicht nur ihren Himmel täglich zusätzlich um drei Stunden verdunkeln. Sie wissen auch: Diese Kraftwerke, Niederaußem und Neurath von der RWE, stehen auf der EU-Liste der größten CO2-Schleudern direkt hinter einem polnischen Kraftwerk auf Platz zwei. Zwei von sechs liegen direkt in diesen Kirchenkreisen der evangelischen Kirche Rheinland. Und Deutschland steht mit s

einer CO2-Bilanz sowieso auf Platz eins der EU als größter Verschmutzer. Für diese Christen heißt das: Deutschland predigt Wasser, trinkt aber Wein.
teleschau: Wir Deutschen können unsere Hände in Sachen Klimaverbrechen also keineswegs in Unschuld waschen?
Greuling: Es kommt sogar noch schlimmer. RWE plant, diese Kraftwerke zu erweitern und auszubauen, damit werden diese Kraftwerke die weltweit schlimmsten CO2-Verschmutzer. Also ein globales Problem direkt vor der Haustür dieser Kirchen-Aktivisten. Auch in den drei Dokumentationen "Eco Crimes" geht es um Menschen, die vor Ort - so in den "Ozonkillern" beispielsweise eine deutsche Zollfahnderin - auf ein Problem aufmerksam werden, hinter dem sich, wie sich dann im Verla

uf der Geschichte herausstellt, ein Mafia-ähnliches Netzwerk verbirgt. Eines, das international tätig ist, und dem dann engagierte Umweltschützer mit ihren "007"-Methoden mit einer Kamera undercover in China, direkt bei den Herstellern, das Handwerk legen wollen. Wieder ein globales Thema, das vor Ort - lokal - auftaucht und wo es einzelne Engagierte in die Hand nehmen, etwas zu verändern.
teleschau: Zurück ins Rheinland, zu den evangelischen Aktivisten, die Ihr Film "Kreuzzug für das Klima" beobachtet. Was hat Sie an der Art und Weise, wie die evangelische Kirche Umweltpolitik betreibt, beeindruckt?
Greuling: Beeindruckt hat mich die Konsequenz und die Beständigkeit einzelner Menschen. Glaube drückt sich bei ihnen in ganz konkretem Handeln aus. Sie drucken nicht Papiere und bleiben bei Appellen, sondern handeln konkret
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