Rückkehr der melancholischen Pioniere: Elke Brauweiler über Leid und Lust ihrer Band Paula

(tsch) "Ich möchte zurück an den Anfang / Ich möchte zurück, wo alles begann", verkünden Paula auf ihrem inzwischen fünften Album "So wie jetzt". Nach einem knappen Jahrzehnt Bandgeschichte sehnt sich das Berliner Elektropop-Ensemble um Sängerin Elke Brauweiler offenbar nach den glücklichen Anfängen der Band im Jahr 2000, als ihr seinerzeit unkonventioneller Ohrwurm "Als es passierte" unverhofft ein kleiner Hit wurde und Vorbote einer neuen Welle deutschsprachiger Popbands.

An den anfänglichen Erfolg anknüpfen konnten Paula seither nicht mehr so recht. Vielleicht das Schicksal einer Band, die ihrer Zeit ein paar Jahre voraus war, um dann zuzuschauen, wie andere die Früchte einfahren. Dass ihre neue Platte deshalb einen leicht ernüchterten Tonfall anschlagen würde, weist Elke Brauweiler weit von sich. Paula sei immer schon eine Kippfigur gewesen zwischen tief melancholischen Texten und nach vorne gehender Musik. Lediglich reifer sei das neue Album, "erwachsen klingt immer so bescheuert, aber es ist jetzt das fünfte Album. Es ist ein tolles, großes Popalbum, es klingt größer als das erste. Ich bin eben auch keine 20. Es passt zu mir, zu meinem Alter."

Mitgewirkt hat wieder einmal Berend Intelmann, der seit einigen Jahren zwar kein Bandmitglied mehr ist und auch nicht mehr auf Tour geht, aber weiterhin die meisten Songs schreibt und produziert. Intelmann, glaubt Brauweiler, sei "halt nicht so eine Bühnensau", eher einer, der sich gerne zurücknimmt, Foto- und Videotermine stressig findet. Dennoch ist seine Präsenz offenbar unverzichtbar. "Wir hatten uns immer mal wieder entschlossen, getrennte Wege zu gehen", berichtet Brauweiler, "aber irgendwie hält uns da musikalisch was zusammen, weil wir einfach ein spitzen Team sind." Das ehemalige Paar geht die Zusammenarbeit inzwischen überaus pragmatisch an: "Wir haben keine innige Freundschaft, aber ein sehr gutes Arbeitsverhältnis."

Hierbei greift das Duo nun wieder auf Bewährtes zurück. Das Experiment, eine klassische Bandplatte mit Gitarren aufzunehmen wie auf dem Vorgänger "Ruhig Blut" (2005), darf als gescheitert betrachtet werden: "Meine Überlegung war halt, nach vier Paula-Alben und diesem letzten Bandalbum einfach zu gucken, was ist denn Paula eigentlich gewesen? Oder: Was steht mir besonders gut? Ich wusste, wenn ich jetzt noch mal eine Paula-Platte mache - eine fünfte, dann möchte ich alles richtig machen. Und ich hab dann gesehen, dass dieser Ausflug in so eine Bandecke nicht Paula war und auch da draußen nicht so gut ankam. Ich mach' die Musik ja nicht nur für mich selbst, sondern auch für die Leute da draußen."

Dass die Leute im Land dem Konzept, deutschsprachigen Elektropop zu machen, nicht immer so zugeneigt waren, hat Brauweiler indes nicht vergessen. "Ich hab auch gemerkt, wie schwer das damals 2000 war. Die Leute guckten uns an mit fünf Fragezeichen auf der Stirn und wussten nicht, was macht die da? Wenn man Songs mit einer Songstruktur anbietet, dann Deutsch singt und es ist Pop: Damit konnte keiner was anfangen

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