Aber wir sind schon ein paar Mal davon gelaufen! Wenn ich nachts die Elefanten hörte, wenn der Zaun um das Camp herum anfing, zu rascheln ... das waren die Momente, in denen ich den Atem anhielt."
Mira schlief im Zelt. "Luxus ist da fehl am Platz." Auch beim Alltag im Camp sollte die junge Deutsche als Praktikantin mit anpacken: Wasser holen, beim Häuserbau helfen, kochen. Die Devise in "Miras Dschungelbuch" hieß demnach - frei nach Balu dem Bären: Probier's mal mit Ungemütlichkeit! Es hat ihr trotzdem gefallen, bei 38 Grad im Schatten, 80 Prozent Luftfeuchtigkeit und der täglichen Ration Pilze aus der Dose: "Hat Spaß gemacht, mal komplett anders zu leben. Man glaubt gar nicht, wie anpassungsfähig man ist." Sie ist sogar auf den Geschmack gekommen: "Die Forscher im Camp sind Vorbilder für mich! Deshalb studiere ich Biologie - weil ich so etwas später auch machen möchte", sagt sie. "Wenn man eine solch fremde Welt einmal gesehen hat, bleibt eine Sehnsucht."
Der bewegendste Moment auf Miras Reise war allerdings keine tierische Begegnung, sondern der Besuch in einem Pygmäendorf. "Es ist etwas anderes, ob man arme Kinder im Fernsehen sieht oder ob man vor Ort ist. Das war für mich ein schlimmer Tag. Es lässt mich immer noch darüber nachdenken, wie ich eigentlich lebe, wie gut es mir geht, und wie stark der Kontrast zwischen unserem und deren Dasein ist." Doch die Pygmäen, mit denen sich Mira "mit Händen und Füßen" verständigte, beeindruckten sie auf andere Art: "Es sind sehr liebe Menschen, sehr offen und lebensfroh."
Die Probleme der Region blieben beim kurzen Besuch aus Deutschland nicht verborgen. "Die Menschen finden zu wenig Nahrung. Der Nationalpark bietet sich als Jagdgrund für Wilderer natürlich an. Auch die Gorillas sind davor nicht gefeit. Es ist eine sehr zwiespältige Angelegenheit: Einerseits schießen die Menschen die Tiere nicht, um sie zu verkaufen, sondern um zu leben. Andererseits müssen die Arten auch geschützt werden. Das war - soweit ich es mitbekommen habe - das Hauptproblem: hier eine Balance zu finden."
Einen Tag nach Ausstrahlung von "Die Reise meines Lebens - Miras Dschungelbuch" beginnt in Bonn die 9. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt. Bis zum 30. Mai ist Deutschland Gastgeber der UN-Naturschutzkonferenz, bei der über "Maßnahmen gegen die anhaltende Naturzerstörung" beraten werden soll.
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Autor: Petra Fürst/teleschau - der mediendienst
Bilder:
RTL
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