Ihr Album zeigt, dass sie eben nicht stehen geblieben sind, dass sie Wut kanalisieren, neue Elemente wie einen hoch bezahlten Chirurgen integrieren und endlich mit der Geschwindigkeit variieren. Die G

itarren sind hart, die Kontraste auch. Portishead sind wach, und sie wollen aufwecken. Dazu taugt es ganz gut, gehört zu werden. Und gehört wird man, wenn man etwas zu sagen hat, wie Adrian Utley. Eigentlich der dritte Mann hinter Geoff Barrow und Beth Gibbons, fördert er Erstaunliches zutage.
teleschau: Konnte die erste Aufnahmesession 2001 in Australien irgendeinen Grundstein für das Album legen?
Adrian Utley: Nein, das haben wir alles vernichtet. Komplett. Der erste Song war 2004 "Magic Doors", der noch viel vom alten Portishead-Spirit hat, danach kam "We Carry On".
teleschau: War Geoff Barrow der Initiator?
Utley: Nein, Beth und ich hatten ihre Solotour beendet, wie auch die anderen Sachen, an denen wir arbeiteten, was mich angeht, viele Soundtracks. Wir waren einf

ach alle wieder da. Geoff und ich produzierten "The Invisible Invasion" für die Liverpooler Band The Coral. Dafür brauchten wir sechs Monate, und wir haben wieder eine ganz gute Routine bekommen, deshalb gingen wir motiviert in mein Studio in Bristol. Wir haben jetzt Kinder, also sind die Arbeitstage nicht mehr so lange, da Nachwuchs tatsächlich viel Zeit in Anspruch nimmt.
teleschau: Hatten Sie während der letzten zehn Jahre immer Kontakt?
Utley: Ja, immer. Okay, Beth hat mal ein paar Jahre auf dem Land gewohnt, aber letztlich sitzen wir eng aufeinander, zu Geoffs Haus laufe ich in 20 Minuten. Wir gingen zusammen aus, haben uns zum Essen eingeladen, und es gab tatsächlich immer etwas Geschäftliches zu besprechen. Vor fünf Jahren trennten wir uns von unserem Management, dann kam die Zusammenarbeit mit Island Records. Ich habe eine Band auf Geoffs Label produziert oder auf Alben gespielt, die Geoff produzierte.
teleschau: Für wen waren die zehn Jahre die längste Zeit?
Utley: Ich weiß es nicht. Vom heutigen Standpunkt betrachtet, gingen sie schnell ins Land. Nach unserer Tour hatten wir wirklich ernsthafte Probleme, sowohl Geoff als auch ich. Unsere Ehen gingen in die Brüche. Es war eine richtig beschissene Zeit. Eine Scheidung ist hart. Wie lang sind zehn Jahre, wenn einige davon echt tough sind? Ich möchte ganz sicher nicht, dass die nächsten zehn so schnell vergehen wie die letzten.
teleschau: Und da denkt man als Außenstehender immer, man muss in der Depression schwimmen, um Portishead- Songs aufzunehmen
1
·
2
·
3