Ich nehme aber kein Drehbuch an mit der expliziten Hoffnung, einen Preis zu bekommen.
teleschau: Wie wichtig ist eine Schulausbildung? Es heißt, Sie seien recht selten dort gewesen ...
Trepte: Ich habe einen Realschulabschluss, und Schule ist generell für den Beruf des Schauspielers unglaublich wichtig. Wie soll man Macht spielen, wenn man nicht weiß, wer Ludwig XIV. ist? Aber ich habe bald gemerkt, dass ich in eine andere Richtung will als meine Kameraden oder die Lehrer. Ich war schon immer ein kleiner Sturkopf. Also habe ich mich mit 15 ins Café gesetzt und das "Kombat Sechzehn"-Drehbuch gelesen statt Mathematik zu pauken.
teleschau: Sie machen einen bedächtigen Eindruck. Würden Sie sich als reif bezeichnen im Vergleich zu anderen, die vielleicht gerade ihr Abitur machen?
Trepte: Es gibt wahrscheinlich Fünfzehnjährige, die reifer sind als ich. Ich bin noch jung im Sinne von sich selbst kennenlernen, entdecken, was ich wirklich will.
teleschau: Sie wissen, welchen Beruf Sie wollen und wie Sie ihn ausüben möchten.
Trepte: Aber ich lasse mich auch gerne mal gehen wie das alle 19-Jährigen machen. Trotz allem bin ich noch auf der Suche, offen für Neues. Ich will entdecken, wie Peter Pan.
teleschau: Ist Berlin die richtige Stadt dafür?
Trepte: Ja, ich halte Berlin für eine auf ihre Art tolerante Stadt, die offen ist für vieles.
teleschau: Es gibt derzeit viele junge Produktionen, viele der Schauspieler kommen aus Berlin - kennt Ihr Euch untereinander, entwickelt sich da vielleicht gerade eine neue Szene?
Trepte: Nein. Man kennt sich, isst zusammen, aber eine Freundschaft ist etwas sehr Kompaktes. Mein bester Freund, Max Mauff, ist zwar Schauspieler, aber das ist ein anderes Thema. Wir verstehen uns und haben denselben Humor.
teleschau: Wie viel Humor haben Sie am Set?
Trepte: Wenn Aggressionen gefragt sind, schottet man sich ab, vielleicht weil es so heftig ist, ein andermal, weil es einem so skurril erscheint. Als ich den Mann umgebracht habe bei "Sieben Tage Sonntag", musste ich sehr viel lachen. Da hat sich eine Scheibe vorgeschoben, um damit nicht konfrontiert zu werden.
teleschau: Wieso erwischen Sie immer diese extremen Rollen?
Trepte: Ich habe eine Affinität zu Menschen, die sehr schwierig sind. Mich interessiert nicht der Mörder an sich, sondern der Mensch dahinter. Warum tut er das? Nicht jeder, der sich als Nazi ausgibt, ist einer. Es ist nur irgendwas in ihm, das ihn dazu macht
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